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Gemessen wurde die Belastung durch Fluglärm anhand eines überarbeiteten Fluglärmindexes.

Flugverkehr

Forum Flughafen empfielt neue Abflugroute

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Konsultationsverfahren zur Route „Amtix kurz“ abgeschlossen.

Amtix kurz – so heißt die Abflugroute, die vom Frankfurter Flughafen nördlich von Darmstadt verläuft und deren Verschiebung seit vielen Jahren diskutiert wird. Um die optimale Variante zu finden, bei der die meisten Menschen in den stark von Fluglärm betroffenen Gebieten entlastet werden, wurde im Frühjahr 2018 als Teil des Maßnahmenprogramms Aktiver Schallschutz ein Konsultationsverfahren unter Beteiligung der betroffenen Kommunen gestartet. Dessen Ergebnisse liegen jetzt vor.

Danach empfiehlt das Forum Flughafen und Region (FFR) die Verlagerung der bisherigen Route in Richtung Norden. Die am Montag vorgestellte Flugroute liegt im Vergleich zur bisher genutzten Route deutlich weiter nördlich – zwischen dem Darmstädter Stadtteil Wixhausen und der Gemeinde Erzhausen. Beide werden zwar durch die Maßnahme stärker von Lärm belastet, teilte FFR mit. Im Gegenzug würden in den dichter besiedelten Darmstädter Stadtteilen Arheilgen und Kranichstein tausende Einwohner von Fluglärm entlastet. An diesen führt die Route Amtix kurz heute dicht vorbei. Auch Weiterstadt soll dadurch entlastet werden. Insgesamt würden alle Routenverlegungen zu Entlastungen führen, hieß es. „Die Verlegung von Flugrouten und damit die Verlagerung von Fluglärm ist immer ein Abwägungsprozess“, sagte Christoph Brunn, Leiter der wissenschaftlichen Begleitung am Öko-Institut am Montag in Kelsterbach. Wichtig sei gewesen, dass die Anzahl der von Fluglärm hochbelästigten Menschen möglichst stark sinke und die Anzahl der Hochbetroffenen nicht steige.

Gemessen wurde die Belastung durch Fluglärm anhand eines überarbeiteten Fluglärmindexes. Insgesamt seien acht, zum Teil neue Routen, untersucht worden, so Brunn. Die Impulse für die Streckenführungen seien aus den Kommunen gekommen, sagte Thomas Jühe, Vorsitzender der Frankfurter Fluglärmkommission. Auch ein erst nachträglich eingebrachter Vorschlag einer Streuung mittels einer neuen Routenführung von AMTIX lang, die südlich von Amtix kurz verläuft, sei geprüft worden.

Da die vorgeschlagene neue Route näher an den Flughafen Egelsbach hernrückt, sei auch die notwendige Flughöhe von 800 Metern in die Empfehlung einbezogen worden. Nicht miteinbezogen wurden laut Biestmann die CO2-Bilanz der Streckenführung, die sich gegenüber der aktuellen verlängert. „Lärmschutz hat immer Vorrang“, sagte Jühe.

Dass die bisher favorisierte Variante vier ausschied und eine neue Streckenführung empfohlen werde, zeige dass das Verfahren „ergebnisoffen“ gewesen sei, betonte Jühe. Es sei die „sorgfältigste Ermittlung von Fluglärm“ gewesen und bisher in Deutschland einmalig. Seit 2003 würde die Fluglärmkommission alle bestehenden Flugverfahren auf ihre Optimierbarkeit untersuchen.

Die Empfehlung wird nun an die Fluglärmkommission (FLK) übergeben. Diese wird die Verlegung voraussichtlich auf ihrer Sitzung am 25. September beraten. Auch die Deutsche Flugsicherung muss noch zustimmen. Dann könne ein Probebetrieb ab Herbst 2020 starten, sagte André Biestmann vom Expertengremium aktiver Schallschutz.

Flugrouten

Die Route AMTIX kurz führt ausgehend von der Startbahn 18 West südlich um Mörfelden in Richtung Darmstadt.

Insgesamt hat das FFR acht neue Routen entwickelt und deren Lärmwirkungen sowohl für den Tag als auch die Nacht miteinander verglichen, um diedie beste Gesamtbilanz zu ermitteln.

Zudem wurden weitere im Rahmen des Konsultationsprozesses eingebrachte Optionen und Vorschläge geprüft. Das Öko-Institut hat die Arbeiten koordiniert.

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