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Forderungen an die Ovag

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Die Demonstration zieht vom Bahnhof durch die Altstadt Richtung Ovag-Hauptgebäude.
Die Demonstration zieht vom Bahnhof durch die Altstadt Richtung Ovag-Hauptgebäude. niehoff © Jürgen W. Niehoff

Eingeladen zum Demonstrationszug vor das Ovag-Gebäude in Friedberg hatten die BUND-Kreisverbände Wetterau, Vogelsberg und Frankfurt, der NABU aus dem Vogelsberg und aus dem Horlofftal, die Naturfreunde Vogelsberg und die Schutzgemeinschaft Vogelsberg sowie Kreisverbände der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Gekleidet waren am Freitagnachmittag alle in Rot - als sichtbares Zeichen, dass die von der Ovag als größtem Wasserlieferanten der Region eingeführte Wasserampel längst auf Rot stehen müsste, wie es hieß.

So könne der Wasserverbrauch in den Kommunen reguliert werden, um das Grundwasser in Vogelsberg und Wetterau zu schonen. „70 Prozent der Vogelsberger Quellen sind versiegt, die Nidda ist von der Quelle bis zum Nidda-Stausee trockengefallen, und der Grundwassersspiegel in Vogelsberg, Burgwald und Hessischem Ried sinkt immer weiter“, sagte Dr. Werner Neumann, Vorsitzender des BUND Wetterau. Angesichts brauner Wiesen würden bereits die ersten Landwirte überlegen, entweder ihr Vieh zu verkaufen oder zu schlachten. Denn mangels frischen Grüns müssten sie schon jetzt Winterfutter einsetzen. Trotzdem verkünde der Zweckverband der Oberhessischen Versorgungsbetriebe (ZOV), „dass es noch ausreichend Trinkwasser gibt“, zitierte Neumann. Er forderte die Ovag im Namen aller anwesenden Verbände auf, die Messungen der Grundwasserbestände und vor allem deren Pegelstände öffentlich zu machen, die dem jeweiligen Stand der Wasserampel zugrunde liegen sollen. „Es muss endlich Schluss sein mit der verharmlosenden Informationspolitik der Ovag“, betonte Neumann. Ursprünglich war geplant gewesen, die Demo vor dem Ovag-Hauptgebäude enden zu lassen, weil dort die Verbandsversammlung des ZOV tagen sollte. Die hatte aber kurzfristig die Versammlung nach Wölfersheim verlegt, angeblich aus Platzgründen. Doch die Organisatoren der Demo hatten auch darauf eine Antwort: Sie starteten eine Postkartenaktion, mit der die Ovag aufgefordert wird, verpflichtendes Wassersparen einzuführen, die Grundwasserbewirtschaftung der Klimaveränderung anzupassen und die Grundwasserabgabe wiedereinzuführen. Und da die Wasserampel bisher nur auf Gelb stehe, sollte sie sofort auf Rot umgestellt werden. Auch die Grünen-Fraktion hatte einen Dringlichkeitsantrag zur Problematik eingebracht und ein sofortiges Umstellen der Ampel auf Rot gefordert. Die Vorwürfe gegenüber der Ovag sind bekannt, der Vorstandsvorsitzende Jo-achim Arnold hat bereits dazu Stellung bezogen und weist die Forderung der Verbände zurück. Der Versorger fördere Trinkwasser schon seit Längerem unter grundwasserschonenden Aspekten, anders bekäme man auch keine Genehmigung. Laut Arnold wird durchgängig kontrolliert und geprüft, wie viel Entnahme möglich ist, ohne die zulässigen Grundwasserstände zu unterschreiten. Man passe die Entnahme an. Das gelte auch für Frankfurt, deshalb werde in diesem Jahr eine Million Kubikmeter weniger Trinkwasser geliefert als 2021. Aber auch Arnold hält eine Wahrnehmungsänderung bei den Verbrauchern für dringend nötig, um den Herausforderungen des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung zu begegnen: „Trinkwasser ist - leider und zum Glück zugleich - bei uns billig. Zum Glück, weil es sich somit jeder leisten kann. Leider, weil es deshalb oft verschwendet wird.“

DIE WASSERAMPEL

Laut Ovag-Vorstand Joachim Arnold hat die Wasserampel folgende Bedeutung: „Grün heißt, es ist genug Trinkwasser da, und wir können genauso viel Wasser wie im Vorjahr liefern. Das heißt, keine Einschränkungen für die Verbraucher. Gelb hingegen bedeutet schon, dass dies nicht mehr möglich ist und die Empfängerkommunen Wasser sparen müssen. Rot stellt klar, dass ein erheblicher Wassermangel herrscht und die Einsparbemühungen umso größer sein müssen.“ jwn

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