1. Startseite
  2. Rhein-Main

Förderprogramm gegen Fluglärm gefordert

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Passagiermaschinen im Anflug auf den Flughafen Frankfurt.
Passagiermaschinen im Anflug auf den Flughafen Frankfurt. © Frank Rumpenhorst (dpa)

Mindestens eine halbe Milliarde Euro für Investitionen der Luftverkehrsbranche in den Lärmschutz: eine Antwort aus Berlin auf die Forderung aus Hessen steht noch aus.

Eine breite Allianz aus Hessens Politik und Kommunen sowie der Luftverkehrsbranche hat den Bund aufgefordert, über ein millionenschweres Förderprogramm für mehr Lärmschutz im Luftverkehr zu sorgen. Es bestehe die Sorge, dass Deutschland wegen fehlender Investitionsmittel vom technisch möglichen Fortschritt abgehängt werde, erklärten die Initiatoren des Briefes an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) und Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Das Volumen des Programms solle deswegen mindestens 500 Millionen Euro betragen.

Das Geld sollten die Luftverkehrsgesellschaften in die Erneuerung ihrer Flotten mit lärm- und klimaschonenden Flugzeugen investieren. Daneben müssten die bestehende Flotten mit technischen Neuerungen zur Navigation umgerüstet sowie die Luftfahrtunternehmen für die Nutzung der neuen Technologien qualifiziert werden, heißt es in dem Schreiben. Die Ausstattung der Jets mit dem satellitengestützten Anflugsystem GBAS, das einen steileren Anflugwinkel ermöglicht, solle dabei besonders im Fokus stehen.

Dieses System ist am Frankfurter Flughafen auf allen drei Landebahnen im Einsatz. Durch die damit mögliche Anhebung des sogenannten Gleitwinkels soll der Lärm im Anflug vermindert werden. Nach Einschätzung des Flughafenbetreibers Fraport und der Deutschen Flugsicherung könnten vor allem die Anwohner in Raunheim, Rüsselsheim, Bischofsheim, Mainz-Süd sowie Offenbach und Neu-Isenburg profitieren.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow und Fraport-Vorstandsmitglied Anke Giesen. Dazu kommen die Vorstände vom Forum Flughafen und Region, Landrat Oliver Quilling (CDU) vom Kreis Offenbach und ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner sowie der Vorsitzende der Frankfurter Fluglärmkommission, Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD). Eine Reaktion vom Bund auf den Vorstoß steht nach Angaben von Hessens Verkehrsministerium noch aus. (dpa)

Auch interessant

Kommentare