Dietzenbach

Fördergeld für vorbildliche Integrationsarbeit in Dietzenbach

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die Stadt Dietzenbach ist als einzige in Deutschland für ein europäisches Projekt zur Förderung der Integration von Drittstaatenangehörigen ausgewählt worden.

Wie gut war und ist die Integration von Flüchtlingen in Dietzenbach? Mit Beginn der Sommerferien hat die Stadt wohl Klarheit. Sie ist nämlich die einzige deutsche Stadt, die am europäischen Projekt „European Pact for Integration“ teilnimmt, das Strategien im Umgang mit Geflüchteten wissenschaftlich unter die Lupe nimmt. Die Dietzenbacher Integrationsarbeit wird erst evaluiert und mit anderen europäischen Städten verglichen, im Anschluss überlegt man gemeinsam, was beispielgebend ist oder was verbessert werden kann. Länderübergreifend können dabei auch neue Strategien für die Integration geboren werden, die langfristig auch anderen Städten, Gemeinschaften und Organisationen zugute kommen können.

Das EU-Projekt

Die Europäische Kommissionfördert das Projekt „European Pact for Intregration“, das Integrationsarbeit analysiert und eine internationale Vergleichbarkeit herstellt, mit insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Dietzenbachist in Deutschland der einzige Projektteilnehmer.

Die anderen Projektteilnehmersind Cartagena in Spanien, Linköping in Schweden, Lublin in Polen, Ravenna in Italien und Riga in Lettland. 

Mit im Boot sitzt Pro Arbeit, das kommunale Jobcenter des Kreises Offenbach. Die dortige Abteilung Europäisches Projektmanagement hatte vor einem Jahr das Projekt „European Pact for Integration“ mit angeschoben und hatte sich Dietzenbach als deutschen Projektpartner ausgesucht. Die Stadt verfügt als einzige im Kreis Offenbach seit 2012 über ein Integrationskonzept. Nun erhält sie die Möglichkeit, den Wert dieses Konzepts im europäischen Netzwerk feststellen zu lassen. Darüber hinaus wird Dietzenbach im „Interkulturellen Städte-Index“ des Europarats bewertet. Weltweit haben sich schon 136 Städte in diesem Index vergleichen lassen – aus Deutschland bisher München, Hamburg, Erlangen, Offenburg, Duisburg, Dortmund und Berlin-Neukölln.

Den Wissens-, Erfahrungs- und Methodenaustausch in Sachen Integration von Drittstaatenangehörigen erhält Dietzenbach zum Nulltarif. Der Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Kommission gibt die Gelder für das Projekt, in dem bis Juni 2022 zahlreiche Konzepte erprobt werden. Zuerst muss die Stadt nun mit Unterstützung von Pro Arbeit binnen drei Monaten 86 Fragen zu ihrer Integrationsarbeit, aber auch zu ehrenamtlichen Initiativen oder zur Arbeitsmarktsituation beantworten. „Das ist quasi die Basis, um zu sehen, wo man steht“, sagt Amira Bieber, Projektmanagerin bei Pro Arbeit. Der Fragebogen geht an den Europarat, der daraus bis Sommerferienbeginn einen Report erstellt.

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