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Die Postkartenidylle auf der Darmstädter Mathildenhöhe würde durch eine Verschiebung der Flüge kaum noch gestört.

Flughafen Frankfurt

Gemeinden streiten darum, wer den Lärm abbekommt

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Die Flugzeuge am Airport verursachen Lärm. Darmstadt will die Verlagerung der Abflugroute „Amtix kurz“. Die Bürgermeister der Nachbargemeinden sind für eine „faire Verteilung“ der Flüge.

Während sich der Magistrat und der Umweltausschuss der Stadt Darmstadt für eine Verlagerung der Abflugroute „Amtix kurz“ in Richtung Norden ausgesprochen haben, stößt dies in den Nachbarkommunen auf Kritik.

Die Darmstädter Gremien präferieren die Routenvariante 2. Dies würde zwar die nördlichen Stadtteile Arheilgen und Kranichstein entlasten. Die Lärmsituation in Wixhausen Nord und in den Nachbarkommunen Egelsbach, Erzhausen und Messel würde sich allerdings verschlechtern.

Nach Angaben der Darmstädter Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) könnte die Variante 2 gemäß den vorliegenden Berechnungen die zahlenmäßig größte Entlastung für die Bürger Darmstadts von Fluglärm bewirken. Für eine endgültige Beurteilung müsse man aber noch das Ende der offenen Prüfaufträge abwarten. Aus Akdeniz’ Sicht brächten alle derzeit vorliegenden Varianten einer Verlagerung der Abflugroute eine „signifikante Entlastung“ für den Darmstädter Norden mit sich, auch wenn die Entlastungen zwischen den jeweiligen Stadtteilen ungleich verteilt würden. Der Umweltausschuss hat auf seiner jüngsten Sitzung – bei Enthaltung der SPD und der Linken – empfohlen, der Magistratsvorlage, die die Abflugvariante 2 präferiert, zuzustimmen. Die Vorlage soll dann am 14. Februar auch von der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.

Kritisiert wird die Haltung der Stadt Darmstadt von den umliegenden Bürgermeistern der Gemeinden Egelsbach, Erzhausen und Messel. Andreas Larem (SPD), der Bürgermeister von Messel, bezeichnete es am Mittwoch im Gespräch mit der FR als „fast schon arrogant“, wie Stadträtin Akdeniz die Position der Stadt vertreten habe. Man habe in den Rathäusern „erstaunt“ die Präferenz der Darmstädter Umweltdezernentin zugunsten der Abflugroute 2 zur Kenntnis genommen, sagte Larem.

Der Messeler Rathauschef wirft Darmstadt vor, „nach dem Sankt Floriansprinzip“ zu agieren. Er ärgere sich auch darüber, dass es nicht möglich gewesen sei, mit den führenden Vertretern aus Darmstadt und dem Kreis Darmstadt-Dieburg eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten. Daher, so Larem, hätten nun er, der Egelsbacher Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne) und die Erzhäuser Bürgermeisterin Claudia Lange von der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Erzhausen“ eine „gemeinsame Positionierung“ zur möglichen Verlegung der Startroute „Amtix kurz“ abgegeben.

Das Konsultationsverfahren bewerten die drei Bürgermeister als „sehr kritisch“. So sei etwa „der Diskussionsrahmen viel zu eng gesteckt gewesen“ und nur Startrouten-Varianten debattiert und miteinander verglichen worden. Die Analyse selbst einfachster Variantenkombinationen sei nicht zugelassen worden. Die Bürgermeister monieren auch, dass die Gemeinden Egelsbach, Messel und Groß-Zimmern im Rahmen des Verfahrens „nur am Rande beteiligt“ und die Stadt Dieburg sogar überhaupt nicht vertreten gewesen sei.

Monatlicher Routenwechsel

Bezüglich der Routenverschiebung präferieren Wilbrand, Lange und Larem eine Nutzung von zwei oder mehr Varianten im monatlichen Wechsel, so dass längere Lärmpausen entstehen könnten. Steilere Starts der Flugzeuge könnten zudem den Lärm in der Region mindern. Die Varianten 1 bis 5 lehnen die drei Rathauschefs ab, weil sie zu „Neubelastungen in erheblichem Umfang“ führen würden. Eine reine Verschiebung aller Flüge von der bisherigen Route auf eine der Varianten halte man daher für „unzumutbar“ und mit den Zielen eines aktiven Schallschutzes „nicht vereinbar“. Auch müssten noch die erhöhten Schadstoffemissionen der Flugzeuge aufgrund der zusätzlichen Kurven ermittelt werden. Zudem habe man „mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass die Nähe der Varianten 1 bis 3 und 5 zum Flugverkehr des Verkehrslandeplatzes Egelsbach unter Sicherheitsaspekten keine Rolle gespielt hätten.

Die drei Bürgermeister sprechen sich daher „für eine faire Verteilung“ des Flugverkehrs aus. „Bevor hier keine bessere Lösung gefunden ist, sollte die Flugroute gar nicht verlegt werden“, so Wilbrand, Lange und Larem.

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