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Flughafen Frankfurt: Zoll hat viel mit Schmugglerware zu tun

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Von: Oliver Teutsch

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Beim Zoll kontrolliert eine Beamtin mit dem Weimeraner Yngvi Gepäck auf Drogen.
Beim Zoll kontrolliert eine Beamtin mit dem Weimeraner Yngvi Gepäck auf Drogen. © Monika Müller

Der Zoll am Flughafen setzt künftig noch mehr auf Diensthunde, um vor allem Schwarzgeld zu erschnuppern.

Die Zahl der Passagiere am Frankfurter Flughafen war im vergangenen Jahr rückläufig, aber der Schmuggel boomt. Mehr als 26 Tonnen Drogen hat der Zoll im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogen, darunter allein 22,4 Tonnen Khat. Rund 94 Prozent der Sicherstellungen entfielen dabei auf Postsendungen. Dabei werden die Schmugglerbanden immer kreativer. Das Hauptzollamt präsentierte am Donnerstag am Flughafen einige der Drogenverstecke, darunter auch das Getriebe eines 3er BMW, in dem rund 15 Kilo Amphetamine versteckt waren.

Viel zu tun hat der Zoll am Flughafen auch mit dem Schmuggel von Bargeld. Ab einer Summe von 10 000 Euro muss die Mitnahme von Barem bei der Ausreise angemeldet werden, Das taten im vergangenen Jahr zwar 3347 Reisende, die 139 Millionen Euro legal ins Ausland mitnahmen. In 723 Fällen versuchten Reisende aber auch, Geld im Wert von insgesamt 60 Millionen Euro am Fiskus vorbei ins Ausland zu schaffen.

Hauptzollamt Frankfurt

Das Hauptzollamt Frankfurt hat 1512 Bedienstete, die an 365 Tagen im Jahr im Einsatz sind. Im vergangenen Jahr nahm die Behörde rund 7,9 Milliarden Euro ein, darunter alleine 6,7 Milliarden Euro Einfuhrumsatzsteuer. Damit generiert das Hauptzollamt rund 5,6 Prozent der bundesweiten Einnahmen des Zolls.

Zu den Aufgaben gehören sowohl die Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung als auch die Kontrollen am Flughafen bei der Ein- und Ausreise oder dem Versand von Postsendungen, die einen immer größeren Anteil ausmachen. ote

Daher will der Zoll in den nächsten Jahren in Sachen Schwarzgeld und Geldwäsche weiter aufrüsten, wie der Leiter des Hauptzollamts Frankfurt, Markus Tönsgerlemann, verriet: „Geld ist die Triebfeder für alles.“ Mit der Sicherstellung von Geld werden dem Fiskus nicht nur Einnahmen zugeführt, die sonst verloren gewesen wären. Auch die eine oder andere Straftat kann so womöglich noch aufgedeckt werden. So waren im vergangenen Jahr 86 sogenannte Clearing-Verfahren eingeleitet worden, bei denen die Herkunft des beschlagnahmten Geldes genauer untersucht wird.

Das Personal im Bereich der Finanzkontrolle Schwarzarbeit soll in den nächsten Jahren auf 300 Mitarbeitende anwachsen und hätte sich damit innerhalb weniger Jahre verdreifacht. Auch bei den Diensthunden will der Zoll am Frankfurter Flughafen aufstocken. Derzeit gibt es 26 Hunde, die das Reisegepäck nach Drogen, geschützten Arten und Bargeld abschnüffeln. Die Zahl der Spürnasen für Geldscheine soll aber steigen, so dass bald mehr als 30 Diensthunde am Flughafen gegen den Schmuggel anschnüffeln.

Dafür setzt der Zoll bei der Ausreise auf mobile Kontrollstellen, an denen die Hunde zum Einsatz kommen und die Reisenden abschnuppern. Dass dies funktioniert, zeigte der Zoll am Donnerstag anhand der belgischen Schäferhündin Aki. Für die Präsentation liefen mehrere Zollbedienstete durch eine fiktive Kontrollstelle. Während Aki bei den ersten Passagieren nur freudig mit dem Schwanz wedelte, setzte sie sich bei einem der Probanden hin. Mit diesem „Absitzen“ wird passiv angezeigt, dass der Passagier mit einer größeren Menge Bargeld unterwegs ist - in diesem Fall in einer Schmuggelweste, die der Zoll im vergangenen Jahr tatsächlich sichergestellt hatte.

Ganz so einfach ist es nicht immer. Präsentiert wurden am Donnerstag auch die ausgefallensten Verstecke, in denen Geld geschmuggelt wurde: in ausgehöhlten Büchern, Schokoladen-Osterhasen, Duschgel-Flaschen oder auch in einer Schinkenkeule, die allerdings mit der Post aufgegeben wurde.

Originelle Geldverstecke – aber sie wurden entdeckt.
Originelle Geldverstecke – aber sie wurden entdeckt. © Monika Müller

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