Die Bauarbeiten am Terminal 3 sind ins Stocken geraten.
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Die Bauarbeiten am Terminal 3 sind ins Stocken geraten.

Flughafen

Der Flughafen in Frankfurt will jede fünfte Stelle abbauen

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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4000 Arbeitsplätze sind in Gefahr. Außerdem gibt es weitere Bauverzögerungen bei Terminal 3.

Die Corona-Krise hat auf den Frankfurter Flughafen deutlich größere Auswirkungen als bislang angenommen. Jedem fünften Fraport-Mitarbeiter droht der Verlust seines Arbeitsplatzes. Fraport-Chef Stefan Schulte hatte am Mittwoch angekündigt, bis zu 4000 Arbeitsplätze abzubauen.

Fraport hat weltweit gut 22 000 Mitarbeiter, 19 000 davon am Frankfurter Flughafen. Der Abbau der Arbeitsplätze betreffe aber explizit nur die Stellen in Frankfurt, präzisierte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag auf FR-Anfrage. Betroffen seien sowohl der operative als auch der administrative Bereich sowie Arbeitsplätze bei Tochterkonzernen. Der Stellenabbau soll möglichst sozialverträglich erfolgen, die Verhandlungen darüber alsbald beginnen. Zunächst war kolportiert worden, der Abbau der Arbeitsplätze sei erst ab 2023 vorgesehen.

Auch die Auswirkungen der Krise auf den Bau des Terminals 3 werden größer. Baumaterialien seien nicht geliefert worden, zudem hätten Baufirmen wegen der Grenzschließungen nicht das notwendige Personal zur Verfügung stellen können, um den Fortgang des Großprojekts voranzutreiben. Bei der Hauptversammlung Ende Mai ging Schulte von einer Fertigstellung im Jahr 2024 aus. Betriebsbereit werde er frühestens Sommer 2025 sein, sagte jetzt ein Unternehmenssprecher der FR. Die Fertigstellung des Terminals sei zwar im Jahr 2024 vorgesehen, da die Verzögerungen aber insbesondere das Terminalhauptgebäude beträfen, könnten die „Prozessoptimierungen“ erst nach der Fertigstellung des Terminals beginnen.

Das Terminal 3 ist für die Abfertigung von etwa 20 Millionen Passagieren jährlich ausgelegt und in die Flugsteige G, H und J unterteilt. Der für etwa sieben Millionen Passagiere vorgesehene Flugsteig G wiederum ist in zwei Bauabschnitte unterteilt, von denen einer zum Ausbruch der Corona-Krise schon so weit fertiggestellt war, dass die Verzögerungen nicht so gravierend sind. Der für bis zu fünf Millionen Passagiere ausgelegte Abschnitt könnte bereits 2022 in Betrieb genommen werden. Bei der Hauptversammmlung hieß es noch Herbst 2021. könnte. Eine Inbetriebnahme des Flugsteigs G sowie des gesamten Terminals 3 werde ohnehin erst erfolgen „sofern es die Nachfrage möglich macht“, betonte Fraport-Sprecher Christian Engel. Derzeit sei nicht mal Terminal 1 ausgelastet und Terminal 2 geschlossen.

Im Jahr 2019 wurden in Frankfurt 70 Millionen Passagiere gezählt. Fraport geht davon aus, dass dieser Vorkrisen-Status frühestens 2023 oder 2024 wieder erreicht werden könnte. Während der Krise waren Stimmen laut geworden, die den neuen Terminals infrage stellten. Laut Schulte lägen die Gesamtkosten in Fall eines sofortigen Baustopp bei 2,5 Milliarden Euro für Gebäude und Einrichtungen, die anderweitig nicht nutzbar seien. (mit jur)

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