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Im Rhein-Main-Gebiet gibt es immer wieder massive Störungen der Nachtruhe durch Missachtungen des Nachtflugverbots.

Flughafen Frankfurt

Störungen durch Nachtflüge

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Allen schwarz-grünen Beteuerungen zum Trotz: Der Landrat des Kreises Groß-Gerau, Thomas Will, rechnet mit vermehrten Missachtungen des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen.

Verstöße gegen das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen werden auch in diesem Jahr ein Thema bleiben. Davon ist der Landrat des Kreises Groß-Gerau, Thomas Will (SPD), überzeugt. Er kündigte am Donnerstag an, auf den im Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen vereinbarten Schutz der Nachtruhe zu pochen: „Der Kreis wird diese politische Zusage einfordern“.

Anders als Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) führt Landrat Will den im Dezember vom Land verkündeten Rückgang der Überschreitungen nicht auf die strengen Kontrollen und Gespräche mit den Akteuren im Luftverkehr zurück. Nach Beobachtungen des Kreises sei der Rückgang der verspäteten Nachtflüge im November auf den Beginn der Wintermonate zurückzuführen. Im Sommer hingegen führte „neben wetterbedingten Verspätungen vor allem der meist zu eng getaktete Betriebsplan der Fluggesellschaften zur hohen Zahl verspäteter Flugbewegungen“, heißt es in einer Mitteilung. Der Luftverkehrsgipfel im Oktober habe gezeigt, dass diese systemischen Probleme nicht einfach zu lösen seien. Die Verantwortlichen brauchten Zeit, um beschlossene Maßnahmen greifen zu lassen. Landrat Will bleibt daher skeptisch. Er rechnet damit, dass es in den Sommermonaten wieder verstärkt Überschreitungen geben wird. „Verspätete Nachtflüge in diesem Ausmaß sind nicht akzeptabel“, so Will.

Im Rhein-Main-Gebiet war 2018 die Zahl verspäteter Nachtflüge auffallend hoch. Allein im Juni gab es laut Zahlen des Landes 203 Landungen und 139 Starts nach 23 Uhr. Im November wurden nur noch 19 verspätete Landungen und kein einziger Verspätungs-Start zwischen 23 Uhr und Mitternacht registriert. 

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