+
Rechts die Baustelle Terminal 3, links die Rollwege der Centerbahn, die saniert werden.

Fluglärm

Pause von der Lärmpause für Frankfurt und die Region

  • schließen

Der Flughafen saniert bis November die nächste Rollbahn. Für Anwohner heißt das mehr Krach in der Frühe.

Die sogenannten Lärmpausen können voraussichtlich bis November morgens nur erheblich eingeschränkt verwirklicht werden. Grund seien umfangreiche Arbeiten an mehreren Rollwegen der Centerbahn, teilte die hessische Fluglärmschutzbeauftragte Regine Barth am Dienstag in Wiesbaden mit. Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen müssten in der Zeit von 5 Uhr bis etwa 6 Uhr vorübergehend neu organisiert werden.

Im vergangenen Sommer und Herbst hatte Fraport bereits die Südbahn saniert. Das beschnitt die Lärmpausen am Abend. Im laufenden Jahr jedoch konnten sie bis auf wenige Ausnahmen stattfinden, wie Barth versichert. Wenn nicht, dann habe das Wetter nicht mitgespielt oder die Flugsicherung.

Die aktuellen Einschränkungen beträfen nicht die Sonntage und Montage, teilt Barth mit: „Die Arbeiten werden nachts durchgeführt, erfordern jeweils von Dienstag bis Samstag eine Sperrung der Piste bis 7 Uhr.“ Landungen würden morgens von der Süd- auf die Centerbahn verlegt, die Nordwestbahn bleibe – wie im Lärmpausenkonzept vorgesehen – ebenfalls in Betrieb. Starts fänden an den Tagen auch auf der Startbahn West statt.

Lärmpausen heißt: Bei der Betriebsrichtung West – der Hauptbetriebsrichtung im langjährigen Mittel am Frankfurter Flughafen – werden am Morgen zwischen 5 und 6 Uhr und am Abend zwischen 22 und 23 Uhr einzelne Bahnen nicht genutzt. Die Flugbewegungen werden auf den verbleibenden Bahnen gebündelt. Morgens wiederum werden Landungen auf die Nordwest- und die Centerbahn gelegt, die Südbahn wird nicht angeflogen. Abends werden die Landungen dann auf der Südbahn abgewickelt, sofern Piloten nicht kurz vor dem Aufsetzen noch zur Centerbahn wechseln.

Dieser „Swing-Over“ werde von der Fluglärmkommission befürwortet, sagt Barth. Er entlaste die Bewohner Neu-Isenburgs, schmälere aber nicht die Entlastung für das nördliche Offenbach und den Süden von Frankfurt. Damit widerspricht sie der Frankfurter Fluglärmschutzbeauftragten Ursula Fechter. Diese sagt, im Süden der Stadt gebe es nur Lärmpausen, wenn das Swing-Over-Verfahren nicht stattfinde.

Das Modell Lärmpause

Das Modellging nach einjähriger Erprobung vor drei Jahren in den Regelbetrieb. Bestimmte Bahnen werden eine Stunde vor beziehungsweise nach dem Nachtflugverbot (23 bis 5 Uhr) nicht genutzt. 

Basisist eine freiwillige Vereinbarung zwischen Luftverkehrswirtschaft und hessischem Wirtschaftministerium. 

Im März/Mai/Juniwurden die Pausen laut Ministerium zu 100 Prozent angewandt, im Januar zu 96 Prozent, Februar zu 95 Prozent, April zu 89 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare