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Brandmauer schützt bei Absturz

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Um Auto- und Bahnfahrer am Frankfurter Flughafen im Fall eines Flugzeugabsturzes besser zu schützen, will die Betreibergesellschaft Fraport bei Raunheim eine Brandmauer errichten.

Um Auto- und Bahnfahrer am Frankfurter Flughafen im Fall eines Flugzeugabsturzes besser zu schützen, will die Betreibergesellschaft Fraport bei Raunheim eine Brandmauer errichten. Dies geht aus dem Planfeststellungsbeschluss für den Flughafenausbau vor. Darin heißt es, das Tanklager Raunheim stelle zwar kein ernsthaftes Risiko dar. Gleichwohl werde Fraport freiwillig die Wand "zur weiteren Minimierung etwaiger Schadensfolgen" bauen. Vier Meter soll die Wand an der Anschlussstelle Raunheim in die Höhe ragen und im Katastrophenfall die "Wärmeeinstrahlung" auf A 3 und die Bahnstrecke halbieren.

Bis zu 180 000 Kubikmeter Benzin, Heizöl, Diesel und Flugturbinenkraftstoff können die 19 Flachbodentanks des Lagers fassen. Nur 700 Meter entfernt liegt der Chemiebetrieb Ticona, der aus Sicherheitsgründen dem Flughafenausbau weichen muss.

Die Firma Shell/Dea, die das Tanklager gepachtet hat, bereitet jetzt eine Klage gegen den mehr als 2500 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss vor. Ihre Argumentation: Derzeit starten die Flugzeuge rund 750 Meter südlich des Lagers, nach einem Ausbau würden auch 700 Meter nördlich davon Maschinen verkehren. Dass damit das Risiko steige, habe die Landesregierung bei der Genehmigung der neuen Landebahn nicht berücksichtigt. Selbst der derzeitige Gefahren-Zustand sei noch nicht geklärt, erläutert der Hanauer Rechtsanwalt Lutz Eiding weiter. Das Ministerium habe beim Regierungspräsidium zwar ein Gutachten in Auftrag gegeben, das sei aber bis heute nicht fertig.

"Unverantwortlich" nennt Eiding diese Vorgehenweise. "Wenn das alles harmlos ist, sollte man es vor Gericht klären." Kämen die Richter zu dem Schluss, dass hier Fehler gemacht wurden, müsse das ganze Verfahren neu aufgerollt werden. Denn: "Die Nordwestbahn ist bei allen Varianten für das Tanklager die schlechteste." Das Ministerium will die Vorwürfe nicht kommentieren: "Unsere Stellungnahme ist der Planfeststellungsbeschluss", sagt Sprecher Christoph Zörb.

Ticona hatte sich zu einem Umzug bewegen lassen, nachdem Fraport ihr 670 Millionen Euro zugesichert hatte. Die Betreiber des Tanklagers Raunheim beabsichtigen Eiding zufolge nicht, den selben Weg zu gehen. "Wir wollen uns nicht kaufen lassen, sondern in Ruhe gelassen werden." Seinen Worten zufolge gibt es auch keinen Alternativstandort für das Unternehmen. Die Firma sei nicht nur auf die Anbindung an Autobahn, Schiene und Fluss angewiesen, auf dem die Anlieferung erfolgt. Auch die Nähe zum Airport sei zwingend. "Es gibt eine Spritpipeline direkt zum Flughafen", sagt der Anwalt. "Meine Mandanten wollen dort bleiben."

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