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Erst in der vergangenen Woche hatte die Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) gefordert, die Lärmzuschläge für die so genannte Mediationsnacht (23 bis 5 Uhr) drastisch zu erhöhen.

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Flughafen Frankfurt: Nachts landen soll teurer werden

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Fraport will Entgeltordnung ändern und jene stärker bestrafen, die zu spät sind.

Für Landungen nach 23 Uhr will Fraport deutliche mehr Gebühren nehmen. Das kündigte Fraport-Sprecher Christian Engel am Montag der Frankfurter Rundschau an. Damit beugt sich die Frankfurter Flughafenbetreiberin dem Druck aus Politik und den umliegenden Kommunen. Erst in der vergangenen Woche hatte die Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) gefordert, die Lärmzuschläge für die so genannte Mediationsnacht (23 bis 5 Uhr) drastisch zu erhöhen. Während Frankfurt sich mit Zuschlägen von 200 Prozent zufrieden gebe, verlange Hamburg 350 bis 500 Prozent, Zürich 300 Prozent.

Rekord im vergangenen Jahr

Welche Zahlen Fraport aufrufen wird, ließ Engel offen. Seinen Angaben zufolge will der Konzern für das Jahr 2020 beim hessischen Verkehrsminister einen neue Entgeltantrag stellen. Die Abstimmung mit den Airlines und der Genehmigungsbehörde seien erfolgt. In Summe sollten die Gebühren für die Fluggesellschaften auf dem bisherigen Niveau bleiben. „Wir werden allerdings die Spreizung der lärmabhängigen Entgelte weiter vergrößern.“ Das soll den Anreiz erhöhen, lärmarmes Fluggerät einzusetzen. Zusätzlich würden Landungen nach 23 Uhr „deutlich teurer“. Alle anderen „wesentlichen Bestandteile“ blieben unverändert bleiben.

Das gilt wohl auch für die Lärmzuschläge in den so genannten Nachtrandstunden und die Rabatte, mit denen Fraport Neukunden anwirbt. Die FLK hatte gefordert, dieses „Incentive-Programm“ zu beenden , die Zuschläge für die Stunden vor und nach dem Nachtflugverbot zu erhöhen.

Anlass für den Vorstoß ist der Rekord des vergangenen Jahres: 1098 verspätete Flugzeuge landeten zwischen 23 und 24 Uhr. Ein Problem, das auch in den schwarz-grünen Koalitionsvertrag Eingang fand. Zu prüfen sei mit Fraport eine „deutliche Erhöhung der Lärmentgelte“, um die chronischen Verspätungen einzudämmen.

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