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Kommentar zum Nachtflugverbot: Al-Wazir wählt den komplizierten Weg

Airline muss Millionenstrafe zahlen

Kommentar zum Nachtflugverbot: Al-Wazir wählt den komplizierten Weg

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Es gäbe einen Weg gegen Nachtlandungen in Frankfurt, doch Tarek Al-Wazir wählt einen zu komplizierten Weg. Das kostet den Steuerzahler viel Geld. Der Kommentar.

Offiziell soll am Frankfurter Flughafen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr Ruhe herrschen. Doch das Nachtflugverbot ist so löchrig, dass viele zu Recht von Nachtflugbeschränkung sprechen. Es gibt eine Lösung für das Problem der Landungen nach 23 Uhr: den Planfeststellungsbeschluss ändern, so dass Landungen nach 22.15 Uhr nur in Ausnahmen gestattet sind. Doch der Beschluss ist eine heilige Kuh, an die Hessens Minister Tarek Al-Waz ir (Grüne) leider nicht rührt. Er wählt den komplexen und langwierigen Weg über die Instanzen. Das kostet Zeit, Energie und den Steuerzahler viel Geld.

Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt: „Horrorsommer 2018“ hat sich nicht wiederholt

Die Investitionen der vergangenen eineinhalb Jahre könnten sich trotzdem rechnen. Und zwar dann, wenn die schwarzen Schafe unter den Airlines tatsächlich kapiert haben, dass sie den Hessen nicht auf der Nase herumtanzen können. Auch stellt sich die Frage wie sich der Verkehr entwickelt, wenn Terminal 3 in Betrieb geht. Wird die Luftaufsicht dann immer noch ausreichend Kapazitäten haben, um jeden Piloten sofort bei einer Verspätung nach 23 Uhr persönlich zu befragen? Wohl eher nicht.

Diesmal ist die Taktik aufgegangen. Die geschärfte Aufmerksamkeit der Behörden und negative Presseberichte haben verhindert, dass sich der Horrorsommer 2018 wiederholt hat. Wer jetzt ein Bußgeld in welcher Höhe zahlen muss, ist sekundär. Hauptsache, es bleibt ruhig in der Nacht.

Von Jutta Rippegather


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