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Der Probebetrieb für die Route Amtix-kurz musste aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.
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Der Probebetrieb für die Route Amtix-kurz musste aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.

Flughafen

Gefahr für die Flugsicherheit

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Wegen Sicherheitsbedenken stoppt die Deutsche Flugsicherung den Probebetrieb für die Entlastung von Darmstadt-Nord. Eine neue Lösung ist in Arbeit.

Sie sollte die Menschen im dicht besiedelten Darmstädter Raum entlasten. Doch auch ohne Pandemie könnte es zu einem Unglück kommen: Am Freitag, 0 Uhr, hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Probebetrieb für die sogenannte Route Amtix-kurz gestoppt. „Wir haben es momentan noch nicht mit einem Sicherheitsproblem zu tun“, betonte Sprecherin Ute Otterbein am Freitag in einer Videokonferenz. „Bei steigenden Verkehrszahlen könnte es sich jedoch zu einem entwickeln – und das gilt es zu vermeiden.“ Ab sofort würden für die Abflüge in Richtung Süd-Ost wieder die Abflugstrecken Amtix-lang genutzt sowie die noch bestehende Amtix-kurz vom Parallelbahnsystem.

Es ist ein herber Rückschlag für die vielen Beteiligten, die seit Mai 2018 in einem neuen Verfahren Möglichkeiten ausgelotet hatten, die Darmstädter:innen in den Stadtteilen Arheilgen und Kranichstein vom Lärm zu entlasten. Ein Pilotprojekt mit dem Ziel, neue Verfahren zu finden und die Öffentlichkeit dabei mitzunehmen. Ein zeitaufwendiger Weg, an dessen Ende die Entscheidung für eine Streckenführung stand, die dann doch nicht alle akzeptierten. Die hat den Realitätstest nicht bestanden.

Beginnt jetzt also das gesamte Konsultationsverfahren wieder ganz von vorne? Eine Frage, die der Vorsitzende der Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) Thomas Jühe am Freitag nicht beantworten konnte. Mit „einzelnen Stellschräubchen“ sei es jedenfalls nicht getan. „Die Enttäuschung ist da, das ist ein hartes, klares Ergebnis.“ Im Dialog mit den Kommunen suchen Forum Flughafen und Region (FFR) und FLK nun weiter nach einer guten Lösung. „Das Umfliegungszenario bleibt auf der Agenda“, versicherte der SPD-Bürgermeister von Raunheim. Es genieße „hohe Priorität“. Mit einem möglichen neuen Probebetrieb sei frühestens im nächsten Jahr zu rechnen. „Das Ziel ist die Identifikation eines Verfahrens, das sowohl betrieblich nachhaltig ist als auch die angestrebten Lärmschutzziele erreicht.“

Risiko im Anflugsektor

Die Erfahrungen des jetzt gestoppten Verfahrens sollen einfließen. Wegen der coronabedingt geringen Verkehrsmengen sei die Situation „eine besondere“ gewesen, sagte der Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses, Michael Charalambis. Deshalb habe es auch keine Lärmmessungen gegeben. Die Auswertung der Flugspuren zeige eine Entlastung von Arheilgen und Kranichstein. In besonders lärmbetroffenen Bereichen wie Mörfelden-Walldorf und Erzhausen wurden die Korridore eingehalten, in Wixhausen weitgehend. Das Problem zeigt sich in der darauffolgenden dritten Kurve im Bereich von Messel, wo viele Maschinen die geplante Route in Richtung Osten verlassen. „Bereits heute gibt es vereinzelt überschießende Flugzeuge, die ungewollt in den Anflugsektor einfliegen.“ Im schlimmsten Fall könnte es zu Kollisionen mit Maschinen kommen, die Frankfurt über den Spessart anfliegen.

Bei den aktuell sehr geringen Flugverkehrszahlen sei diese Situation sicher zu handhaben, versicherte die Sprecherin der Flugsicherung Otterbein. Doch es sei davon auszugehen, dass nach erfolgreicher Pandemiebekämpfung in den nächsten Monaten das Aufkommen am Airport wieder ansteige. „Für diesen Fall muss gewährleistet sein, dass Sicherheitsrisiken auch bei höheren Verkehrsmengen vermieden werden.“

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