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Synthetisches Kerosin für saubere Luft.
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Synthetisches Kerosin für saubere Luft.

Luftverkehr

Flughafen Frankfurt bekommt synthetisches Kerosin aus Höchst

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Pilotanlage für synthetisches Kerosin in Höchst geht nächstes Jahr in Betrieb. Der Luftverkehr soll so sauberer werden - doch der Weg dahin ist lang.

Die Entwicklung von synthetischem Kerosin für Flugzeuge schreitet voran. Im nächsten Jahr soll im Industriepark Höchst in Frankfurt die „weltweit größte“ Power-to-Liquid- Pionieranlage in Betrieb gehen, die bis zu 4,6 Millionen Liter pro Jahr produzieren soll. Ein zweites Unternehmen forscht am selben Standort an einem innovativen Power-and-Biogas-to-Liquid-Verfahren zum Herstellen von erneuerbaren Kraftstoffen und Grundchemikalien. „Wir sind jetzt in einem spannenden Stadium“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch bei der Vorstellung der Projekte mit den beteiligten Unternehmen Infraserv Höchst sowie den Firmen Inerarec und Caphenia.

Als Standort des größten Flughafens der Republik sieht Al-Wazir Hessen prädestiniert dafür, die Entwicklung von alternativen Kraftstoffen für jene Flüge voranzutreiben, die sich nicht durch eine Verlagerung auf die Schiene ersetzen lassen. „Wir brauchen dringend CO2-Einsparungen im Verkehr und gerade im Luftverkehr.“ Wo immer möglich, müsse dieser weniger und elektrischer werden. Bei Mittel- und Langstreckenflügen sowie Schiffstransporten sei eine Elektrifizierung absehbar allerdings nicht möglich.

Nun ist es nicht so, dass im kommenden Jahr die ersten Flugzeuge mit synthetischem Kerosin von Frankfurt aus starten. Die Kosten sind erheblich höher – den „Hauptkostentreiber“ sieht Ineratec im erneuerbaren Strom. Die avisierten Produktionsmengen sind angesichts des Bedarfs auch noch recht überschaubar. In Jahren ohne Pandemie werden am Airport mehrere Millionen Tonnen Kerosin vertankt. Der Bund beabsichtigt für 2030 eine Quote für synthetische Kraftstoffe im Luftverkehr von zwei Prozent. „Ein ehrgeiziges Ziel“, sagte Al-Wazir, der davon aus geht, dass der Kraftstoff zunächst nur beigemischt wird.

Um die Quote zu erreichen, stellt der Bund Fördermittel von rund zwei Milliarden Euro zur Herstellung von Power-to-Liquid in Aussicht. Hessen hofft, einen Batzen abzubekommen. Einwerben soll es das „Kompetenzzentrum Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr“, das vor einem Jahr seine Arbeit aufnahm. Hessen selbst sei mit 15 Millionen Euro dabei, so Al-Wazir.

Die Unternehmen in Höchst forschen nicht als einzige an Alternativen zu Kerosin. Auch in anderen Bundesländern gebe es Aktivitäten, sagte Hessens Fluglärmbeauftragte Regine Barth und betonte, dass dies kein Wettlauf sei. Angestrebt seien ein reger fachlicher Austausch und „möglichst wenig Konkurrenz“.

FDP-Fraktionschef René Rock warf Al-Wazir vor, sich mit „fremden Federn“ zu schmücken. Die geplanten Anlagen zur Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen für den Flugverkehr seien allein „das Verdienst privater Unternehmen“. Er forderte die Landesregierung auf, Investitionen zuzusagen und die Entwicklung der Wasserstoff-Technologie voranzutreiben. Die FDP habe dazu eine Strategie vorgelegt. „Hier könnte Hessen schon viel weiter sein.“ Kritisch würdigte Rock Al-Wazirs Ziel einer Reduzierung des gesamten Verkehrs. „Der muss nicht zwingend weniger, sondern vor allem umweltfreundlicher werden.“

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