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Nachts nach 23 Uhr ist längst nicht immer Ruhe am Flughafen Frankfurt.

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191 Nachtflüge am Frankfurter Flughafen im August

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Wegen der Unwetter gabe es viele Startgenehmigungen nach 23 Uhr. Die Situation bleibt unbefriedigend.

Jahresrekord bei den Starts nach 23 Uhr: In keinem anderen Monat des laufenden Jahres gingen trotz Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen so viele Maschinen in die Luft wie im August. 106 verspätete Starts verzeichnet die Statistik des hessischen Verkehrsministeriums. Im Juni war es einer weniger. Jeder Start nach 23 Uhr bedarf einer Einzelgenehmigung. Hingegen sind Landungen zulässig, sofern sich die Verspätung nicht schon aus der Flugplangestaltung ergibt und die Zahl von 7,5 pro Tag im Durchschnitt eines Kalenderjahres nicht überschritten wird.

Wie im Vorjahr ist die Zahl der Landungen nach den Hochsommermonaten auch im aktuellen rückläufig. 108 waren es im Juni, 122 im Juli und im August 85. Demnach gab es auf dem Frankfurter Flughafen im August insgesamt 191 Flugbewegungen zwischen 23 und 24 Uhr. Die mit sechs Stunden ohnehin recht kurz bemessene Nachtruhe der Anlieger verkürzte sich um eine Stunde. Um Mitternacht muss Betriebsschluss sein.

Hauptgrund für die vielen Starts seien die heftigen Unwetter, sagt Ministeriumssprecher Marco Kreuter auf FR-Anfrage. „Ein Großteil der Ausnahmegenehmigungen konzentrierte sich auf fünf Tage mit starken Gewittern, an denen es aufgrund von wetterbedingten Steuerungsmaßnahmen der Flugsicherung zu Kapazitätseinschränkungen kam.“ Aus Sicherheitsgründen würden in solchen Situationen die Abstände bei den An- oder Abflügen vergrößert. „Die so entstehenden Verspätungen können bis 23 Uhr häufig nicht mehr aufgeholt werden.“

Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2018 ging die Zahl der verspäteten Landungen in den ersten acht Monaten um 45 Prozentpunkte zurück, bei den Starts sind die Verbesserungen nur leicht. „Wir haben immer gesagt, dass sich eine Situation wie im Sommer 2018 nicht wiederholen darf“, sagt Kreuter. Das sei zwar gelungen, doch die strukturellen Probleme im europäischen Luftraum immer noch nicht gelöst. Zur Hochsaison in den Sommermonaten käme die durch den Klimawandel bedingte Wettersituation. „Bei solchen Wetterverhältnissen hat die Optimierung der Abläufe am Flughafen ihre Grenzen.“

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