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Kein Stress mehr am Automaten: Das Seniorenticket ermöglicht freie Fahrt.

Hintergrund

Hessenweites Seniorenticket gibt es ab Montag

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Der Verkauf für das neue Seniorenticket beginnt. Die Opposition will günstige Preise für alle.

Für 365 Euro im Jahr kreuz und quer durch ganz Hessen: Das neue Seniorenticket soll jene zum Umsteigen auf Bus und Bahn bewegen, die als besonders autoaffin gelten. Am nächsten Montag startet der Verkauf der neuen Jahreskarte, von der 1,3 Millionen Menschen profitieren können. Ab 1. Januar ist sie gültig. Ein „Verkaufsschlager“ werde sie, prognostizierte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Montag in Frankfurt. Anders als beim Schülerticket geht er davon aus, dass Zuschüsse vom Land nicht notwendig sind. Er sei sicher: „Das Angebot ist so attraktiv, dass es sehr viele Menschen nutzen werden, so dass am Ende eine schwarze Null oder ein Plus steht.“

Das vor zwei Jahren eingeführte Schülerticket kostet den Steuerzahler 20 Millionen Euro pro Schuljahr. 420 000 junge Leute nutzen es. Die Konditionen des Seniorentickets sind nahezu identisch. Für einen Euro am Tag kann der Inhaber Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie Regionalzüge in ganz Hessen nutzen.

Die Gültigkeit beträgt immer ein Jahr. Der Inhaber muss mindestens 65 Jahre alt sein. Nutzbar ist es im Regionalverkehr in ganz Hessen plus Mainz.

Vorzulegen sind beim Kauf Personalausweis oder ein anderer Altersnachweis. Es reicht eine Kopie, etwa wenn man das Ticket verschenken will.

„Wir haben den Kreislauf der Preiserhöhungen dauerhaft durchbrochen“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Er verwies auf Preissenkungen auf den Kurzstrecken, das Landesticket und die Jobtickets. RMV-Geschäftsführer Knut Ringat merkte an, dass angesichts der wachsenden Fahrgastzahlen der Ausbau der Infrastruktur nicht vernachlässigt werden dürfe. Das Angebot bedürfe „solider nachhaltig guter Finanzen“. Dazu brauche es Unterstützung des Landes. Sollte sich zeigen, dass durch das Seniorenticket keine Einnahmeverluste entstehen, könne das nächste Angebot angepackt werden. „Wir wollen hiermit nicht aufhören“, versicherte Al-Wazir. Das „Bürgerticket für alle“ sei das erklärte Ziel der schwarz-grünen Koalition. „Auf den Weg dorthin sind wir sehr erfolgreich, die Umsetzung erfolgt Schritt für Schritt.“

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tobias Eckert, sieht schon jetzt dafür die Zeit gekommen: „Ein Ticket für zwei Gruppen bedeutet noch keine Verkehrswende“, sagte er. „Wir wollen das 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr für alle.“ Janine Wissler von der Linksfraktion begrüßte das vergünstigte Seniorenticket. Und gab gleichzeitig zu bedenken, dass die Ungerechtigkeiten sich vergrößern. Die Lösung sei mittelfristig ein Nulltarif, vornehmlich steuerfinanziert. „Wer mit den größten Autos auf der Straße herumfährt, zahlt dann auch seinen angemessenen Anteil an der Mobilität für alle.“

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