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Flaschenwürfe auf fahrende Autos

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Polizei nimmt Verdächtigen fest

Hochtaunus - Lange Zeit konnten sich Autofahrer, die zuvor auf der Bundesstraße 456 zwischen Wehrheim und Bad Homburg - meist in Höhe der Saalburg - unterwegs gewesen waren, keinen Reim auf die Kratzer und Dellen an ihren Fahrzeugen machen. Verlorene Ladung vorausfahrender Fahrzeuge, heraufgeschleuderter Unrat oder ein Zusammenstoß mit einem Vogel? Für die Vorfälle, die sich seit dem 25. August in regelmäßigen Abständen in den frühen Morgenstunden ereignet hatten, gab es zunächst harmlose Erklärungen. Doch die Vorfälle häuften sich, immer am selben Ort, immer zu ähnlichen Uhrzeiten.

Irgendwann wollten die Ermittler nicht mehr an Zufälle glauben. „Schließlich ergab sich der Verdacht, dass es sich um vorsätzliche Handlungen einer Person handeln könnte“, sagt Ingo Paul, Pressesprecher des für den Hochtaunus zuständigen Polizeipräsidiums Westhessen in Wiesbaden. In der vergangenen Woche konnte die Bad Homburger Polizei nun einen wichtigen Ermittlungserfolg erzielen. „Umfangreiche polizeiliche Maßnahmen führten am Freitag zur Festnahme eines Mannes, der im Verdacht steht, seit Ende August mindestens 13-mal Gegenstände auf fahrende Fahrzeuge geworfen zu haben“, bestätigte die Polizei.

Die Ermittlungsgruppe der Polizeistation Bad Homburg hatte zuvor die Ermittlungen übernommen, um den Verursacher zu fassen und seinem gefährlichen Treiben ein Ende zu setzen - und zwar mit Hilfe moderner Technik. „Nachdem Observationen durch Zivilbeamte zunächst nicht den gewünschten Erfolg erbracht hatten, wurden in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt Beschlüsse zur Observation des betroffenen Bereichs auch mit technischem Equipment eingeholt“, berichtet Paul, also etwa mit Kameras. Am vergangenen Freitagmorgen waren die Ermittler schließlich erfolgreich - und ertappten den Verdächtigen sogar in flagranti. Der Mann hatte zuvor eine Flasche auf einen in Fahrtrichtung Bad Homburg fahrenden VW Polo geworfen. „Der mutmaßliche Verursacher konnte als Fahrer eines in Gegenrichtung fahrenden Pkw ausgemacht und bis zu seiner Arbeitsstelle im Bereich von Wehrheim verfolgt werden“, so die Polizei.

Wut auf andere Autofahrer als Motiv

Bei den anschließenden Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen den 61-jährigen Mann mit Wohnsitz im Vordertaunus. Der Beschuldigte räumte in seiner Vernehmung schließlich ein, auf seinem Weg zur Arbeit mehrfach Flaschen gegen entgegenkommende Fahrzeuge geworfen zu haben. „Als Grund nannte er eine persönliche Wut, die er aufgrund von anderen, sich rücksichtslos verhaltenden Verkehrsteilnehmern aufgebaut habe“, so Paul. Zeugen sowie mögliche weitere Geschädigte werden gebeten, sich unter 0 61 72 / 12 00 bei der Polizei zu melden. judo

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