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Blick auf die ehemalige Gutleutkaserne, die heute Teil des Behördenzentrums ist, in dem auch das Frankfurter Finanzamt angesiedelt ist.
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Blick auf die ehemalige Gutleutkaserne, die heute Teil des Behördenzentrums ist, in dem auch das Frankfurter Finanzamt angesiedelt ist.

Pendeln zum Arbeitsplatz

Finanzamt bleibt stur: Keine Versetzung für Beamtin

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Eine Mitarbeiterin des Finanzamts soll von ihrem Wohnort Homberg (Efze) nach Frankfurt pendeln - 161 Kilometer hin, 161 Kilometer zurück. Über ihren Versetzungswunsch muss nun das Gericht entscheiden.

Den Start ins neue Jahr hatte sich Renata Blicker (Name geändert, d. Red.) anders vorgestellt. Am Dienstag dieser Woche endete für die junge Mutter von zwei Kindern die Elternzeit. Doch statt wie erhofft Arbeit und Familie besser unter einen Hut bringen zu können, muss die Finanzbeamtin weiter pendeln - von ihrem Wohnort Homberg (Efze) zum Finanzamt Frankfurt, wo sie arbeitet (die FR berichtete). 161 Kilometer hin, 161 Kilometer zurück.

Ihr Arbeitgeber, die Oberfinanzdirektion, stellt sich stur und hat nun unmittelbar vor Ende der Elternzeit Gespräche über die beantragte Versetzung der 27 Jahre alten Steueramtsinspektorin Richtung Heimat endgültig abgelehnt – ohne Aussicht auf Veränderung.

Sie tut das allen Bekundungen von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) zum Trotz, der damit wirbt, die Steuerverwaltung familienfreundlicher gestalten zu wollen. Etwa durch die Verlagerung von Stellen aus den Ballungsräumen hinaus in den ländlichen Raum, wie er es gerade erst am 2. Januar angekündigt hat.

Home Office ist erlaubt - aber vorerst nur für ein halbes Jahr

Renata Blicker helfen diese Bekundungen wenig. Und sie ist längst nicht die Einzige. Ihr Anwalt, Michael Else, ist bereits mit drei weiteren Beamten und Beamtinnen in Kontakt, die ebenfalls mit ihrem Versetzungswunsch gescheitert sind und nun erwägen, dagegen vorzugehen. „Wir hatten versucht, eine einvernehmliche Lösung mit der Oberfinanzdirektion im Fall von Frau Blicker zu finden“, berichtet Else. Doch das angestrebte Güteverfahren sei aufgrund der harten Haltung der OFD bisher nicht zustande gekommen.

Else und Renata Blicker sehen jetzt in einem Gerichtsverfahren den einzigen Weg, doch noch eine heimatnahe Versetzung zu erreichen. Immerhin baut Blicker in Homberg zusammen mit ihrem Mann gerade ein Haus, die ganze Familie des jungen Paares lebt in Nordhessen.

Ihre Weigerung, eine Versetzung in Betracht zu ziehen, begründet die OFD mit einem 2007 eingeführten „bedarfsgerechten Einstellungsverfahren“. Demnach müssen Beamte an dem Finanzamt bleiben, an dem sie ihre Ausbildung absolviert haben – es sei denn, der Arbeitgeber selbst ordnet einen Ortswechsel an. Sollte das Gericht aber der Klage von Renata Blicker folgen und eine Versetzungsmöglichkeit anmahnen, hätte dies Auswirkungen auf zahlreiche Beamtinnen und Beamte, die bislang von der Versetzungssperre betroffen sind. Auch sie könnten dann entsprechende Wünsche anmelden. Gegebenenfalls müsste die OFD eine Tauschbörse (wie bei Lehrkräften) oder eine Warteliste einrichten. Das allerdings kann dauern. Rechtsanwalt Else geht davon aus, dass eine Entscheidung eher nach Jahren als nach Monaten fällt.

Eines immerhin hat Renata Blicker erreicht. Die OFD hat ihr erst einmal einen Telearbeitsplatz genehmigt. Sie darf nun von zu Hause arbeiten, muss aber wenigstens einmal die Woche nach Frankfurt kommen. Doch auch das hat einen Haken. Die Genehmigung gilt nur bis 30. Juni. Dann muss die junge Mutter erneut einen Antrag stellen und hoffen, dass der Telearbeitsplatz verlängert wird. Ausgang ungewiss.

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