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Beim Abschlusskonzert im Kurpark konnten auch die Jüngsten einen Blick auf die Bühne werfen.

Bad Homburg

Feuerwerk zum Finale des Bad Homburger Sommers

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Der „Bad Homburger Sommer“ endet mit „Klassiknacht in Weiß“ und Computerspielen für die Jugend.

Regentropfen sieht man im Kurpark nicht so gerne, wenn dort der „Bad Homburger Sommer“ mit 65 Veranstaltungen durch drei proppenvolle Wochen tobt. Mit Oper und Theater, Kurmusik, Open-Air-Kino und Poetry Slam und all dem, das unter „buntes Kulturprogramm“ subsumiert werden kann. Alles draußen, alles umsonst, ein Sommer-Highlight, das „die Stadt ganz erheblich finanziell unterstützt“, wie es Kurdirektor Holger Reuter beim Finale vornehm zurückhaltend formuliert. Dass es trotz zahlungskräftiger Sponsoren längst um einen höheren sechsstelligen Betrag geht, ist kein Geheimnis. Der Kurdirektor sagt leise Servus und spricht von „Vorfreude“ auf den 35. Homburger Sommer anno 2020, ein Versprechen, das vor dem Denkmal von Kaiser Wilhelm vom Volk gerne inhaliert wird.

Die Regentropfen der vergangenen Tage waren willkommen, sicherten sie doch das „Finale furioso“, das traditionell seit 30 Jahren das Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden gestaltet. Mit einem Feuerwerk bekannter Melodien und einem krachenden Abschluss mit bunten Feuerwerksraketen über Tausenden Menschen, die ihre Köpfe und Smartphones gen Himmel über dem Kaiser-Wilhelms-Bad richten. Dem Regen war die kurzfristige Zustimmung der Feuerwehr zum Blitzgewitter am Nachthimmel zu verdanken, im trockenen Sommer 2018 gab’s kein Feuerwerk, im Sommer 2019 stand diese Drohung lange im Hintergrund.

Thai-Festival

Am Wochenende 20. und 21. Juli wird im Bad Homburger Kurpark traditionell mit einem Thai-Festival die Freundschaft mit Thailands Königshaus gefeiert.

Tänze, Musik, Kampfsport und thailändische Küche werden zwischen den beiden Thai Salas auf der Brunnenallee jeweils von 11 bis etwa 19 Uhr geboten. 

Wen auch immer man fragt, wie es denn so laufe beim „Homburger Sommer“, der Daumen geht stets nach oben. „Läuft bestens“, sagt die Presseabteilung im Rathaus, die Kur- und Kongress-GmbH, die das Mammutprogramm stemmen muss, nickt dazu, Erfolg beim buntgemischten Publikum macht Spaß bei der Arbeit und lässt Überstunden leichter ertragen. Die Abstimmung mit den Füßen ist eindeutig: mehr davon. Verstummt auch die Kritiker, die immer wieder angemahnt hatten, „mehr für die Jugend“ einzubauen.

Bitteschön, die Abteilung „Young summer“ im Gesamtprogramm reagiert mit Extra-Flyer unter dem gleichen Logo auf deren Wünsche mit #openair, #summer vibes und #for free und etwas mehr als einem Dutzend Veranstaltungen, die das Sommer-Publikum der nächsten 35 Jahre schon jetzt in den Kurpark und zu den anderen „Locations“ locken sollte. Mit Voice-of-Germany-Star Kaye-Ree, Band Slam, Powerball Walk und Latin Summer auf der Schlossgarage etwa. Und mit der „Gamers‘ Lounge“ im Kurhaus, wo den Computer-Kids der Moderne sogar der rote Teppich ausgerollt wurde. Durchmischung im Publikum erlaubt und hochgradig erwünscht.

In Ehren ergraute Sommer-Veteranen bei Balkan Beats und Hippie Rock, Jungvolk bei der liebevoll auch mal „Woodstock für Senioren“ genannten „Klassiknacht in Weiß“ oder eben dem walzerseligen Abschlusskonzert. Die Vorfreude auf 2020 ist nach rund 40 000 Besuchern in diesem Jahr nicht nur beim Kurdirektor groß, allenthalben verabschiedete man sich nach der letzten Rakete mit dem schönen Gruß „Also dann bis nächstes Jahr“.

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