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Der Feuersalamander braucht feuchte Lebensräume. Und findet in Hessen immer weniger davon vor. 

Klimawandel

Der Feuersalamander sitzt in Hessen auf dem Trockenen

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Umweltschützer kritisieren den Wasserverbrauch in Frankfurt als viel zu hoch. Darunter leiden im Vogelsberg Tiere und Pflanzen, die auf das Wasser angewiesen sind. Sie wollen Umsteuern.

Der Salamander sitzt auf dem Trockenen. Er kann sich nicht mehr vermehren, weil Bäche kein Wasser mehr führen – und schuld daran sind (auch) die Frankfurter. Das jedenfalls sagt die Schutzgemeinschaft Vogelsberg, die den Wasserverbrauch im Rhein-Main-Gebiet als Ursache für das Austrocknen von Gewässern in dem Mittelgebirge sieht.

„Die Genehmigungsbehörden hätten die Höchstfördermengen im Sommer schon längst reduzieren müssen“, schreibt die Schutzgemeinschaft in einem offenen Brief an Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Diese hatte Ende vergangenen Jahres eine Kampagne des Landes Hessen gegen das Artensterben gestartet und als Symboltier den gefährdeten Feuersalamander gewählt.

Das Ministerium kündigte an, mit einem Förderprogramm Bäche und Quellen renaturieren zu wollen, um bessere Lebensbedingungen für das Amphibium zu schaffen. „Alles Renaturieren aber nutzt nichts, wenn das Wasser fehlt“, heißt es in dem Schreiben der Vogelsberger weiter.

Wasser wird immer rarer

Das Wasser werde im Vogelsberg immer rarer, weil aufgrund der trockenen Sommer und niederschlagsarmen Winter die Neubildung von Grundwasser zurückgehe. Für Bäche, Quellen und Feuchtgebiete sei das Grundwasser gerade in langen Sommern der einzige Speicher, aus denen sie gespeist werden könnten. Fehlender Schnee, das schnellerer Abfließen des Wassers durch kanalisierte Bäche und längere Trockenzeiten hätten dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren in manchen Gebieten 70 Prozent der Quellen verschwunden seien.

Der Wassermangel habe sich durch die Grundwasserentnahme für das Rhein-Main-Gebiet gewaltig verschärft. Gerade in heißen Sommern werde besonders viel aus dem Vogelsberg nach Frankfurt gepumpt. Das Grund- und Quellwasser aus Vogelsberg und Burgwald sichert neben Wasser aus Spessart und Hessischem Ried die Versorgung in Rhein-Main. Allein aus dem Vogelsberg fließen jährlich rund 20 Millionen Kubikmeter gen Frankfurt.

Die Stadt deckt ihren Bedarf nur etwa zu einem Viertel aus eigenen Quellen. Je rund ein Drittel kommen aus dem Vogelsberg und dem Hessischen Ried, die restlichen gut zehn Prozent aus Spessart und Kinzigtal.

Die Schutzgemeinschaft fordert ein grundlegendes Umsteuern. Zum Beispiel solle die Brauchwassernutzung etwa für das Bewässern von Grünanlagen ausgebaut werden. Auch könne vermehrt Regenwasser gesammelt und genutzt werden.

In der nächsten Woche wollen die Umweltschützer eine Dokumentation dazu vorstellen, wie eine zukunftsfähige Wasserversorgung für das Rhein-Main-Gebiet aussehen könnte.

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