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Feuer im Kloster Arnsburg

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Das Torgebäude des ehemaligen Zisterzienserklosters Arnsburg.
Das Torgebäude des ehemaligen Zisterzienserklosters Arnsburg. Bild: Rüdiger Schäfer © Rüdiger Schäfer

Ein nächtlicher Brand zerstört Teile der historischen Zisterzienster-Anlage bei Lich in Mittelhessen.

Es war ein flammendes Inferno: Aus dem Dachstuhl einer ehemaligen Scheune am Tor des ehemaligen Zisterzienserklosters Arnsburg schossen in der Nacht zum Sonntag die Flammen in den Nachthimmel. Ein Regen aus Asche und Funken ging in der Umgebung nieder. Das anderthalbstöckige Gebäude ist weitgehend zerstört. Die Grundmauern aus Stein stehen noch. Das Obergeschoss, eine Holzkonstruktion, wurde ein Raub der Flammen. Mit lautem Getöse brachen fast im Minutenabstand brennende Dachsparren und fielen nach unten.

Mehr als zweieinhalb Stunden kämpften Dutzende Feuerwehrleute in der Nacht zum Sonntag gegen das Feuer an. Vor allem versuchten sie zu verhindern, dass weitere Gebäude des historischen Ensembles, etwa das benachbarte Torgebäude, Feuer fingen.

Es war am Samstag gegen 22.30 Uhr, als der aus Manchester in England stammende 53-jährige Alan Tryner den Brand bemerkte. Er wohnt mit seiner Frau und zwei Töchtern seit vier Jahren in dem Torgebäude nebenan. Während seine Frau die Feuerwehr alarmierte, rannte Tryner hinüber zu einer Bekannten, deren Wohnung sich direkt im Obergeschoss neben dem brennenden Gebäudetrakt befindet. Die Familie hatte Glück. Sie konnte noch in der Nacht wieder in ihre Wohnung zurückkehren.

Kurz vor 1 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Bis in den Sonntagvormittag hinein wurde noch nach Glutnestern gesucht. „Wir hatten mit einer hohen Brandlast zu kämpfen“, sagte der Licher Stadtbrandinspektor Marco Römer. Denn in dem Gebäude waren laut Römer viele brennbare Sachen gelagert. Neben einer Wohnung im Obergeschoss befand sich im Gebäudetrakt zudem die Heizungsanlage; mehrere mit Holz zu befeuernde Kessel. Nach ersten Aussagen von Zeugen soll sich das Feuer von dort ausgebreitet haben. Bereits vor drei Jahren soll es an dieser Heizung schon einmal gebrannt haben. Allerdings war das Feuer rechtzeitig entdeckt worden und konnte gelöscht werden, ohne großen Schaden anzurichten, hieß es am Samstagabend vor Ort.

Einen in der Nähe stehender Flüssiggastank konnte die Feuerwehr rechtzeitig kühlen. Römer schätzt, dass der Schaden hoch sechsstellig sein dürfte.

Probleme bereitete die Löschwasserversorgung vor Ort. „Es gibt nur eine Leitung, die in die Klosteranlage Arnsburg hineinführt“, sagte Einsatzleiter Römer. Deshalb wurde mit drei Pumpen Löschwasser aus dem nahen Flüsschen Wetter geholt. Zudem wurden Tanklastwagen eingesetzt, die weiteres Löschwasser aus Lich herbeischafften.

Der Kriminaldauerdienst der Polizei ist dabei, die genaue Brandursache zu ermitteln.

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