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Ob Rock, Pop, Metal oder Hip-Hop: So dicht wird es auch in diesem Sommer nicht zugehen auf Festivals – sofern es sie überhaupt gibt.
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Ob Rock, Pop, Metal oder Hip-Hop: So dicht wird es auch in diesem Sommer nicht zugehen auf Festivals – sofern es sie überhaupt gibt.

Kultur

„Festivals in Hessen“:Schulterschluss in großer Not

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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42 Festivals haben ein Aktionsbündnis gegründet und ein Positionspapier verabschiedet. Von der Politik fordern sie Planungssicherheit und Perspektiven.

Musik hören, tanzen, Neues kennenlernen, alles draußen, alles an der frischen Luft: Wer hätte nicht gehofft, dass das im Sommer wieder möglich ist. Doch auch im zweiten Corona-Jahr mussten viele Konzerte und Open-Air-Veranstaltungen bereits abgesagt werden. Nun haben sich mehr als 40 Festivals von der Werra bis zum Odenwald, vom Rheingau bis zur Rhön zusammengetan und das Aktionsbündnis „Festivals in Hessen“ gegründet. Dieses fordert die Politik zum öffentlichen Diskurs auf und die Aufmerksamkeit ein, „die uns gebührt“. In einer Videokonferenz haben die Mitglieder am Dienstag ihr Anliegen erläutert und das Positionspapier „Bühnen eine Bühne geben“ vorgestellt.

42 Festivals haben das Papier unterzeichnet, von A wie Airpley bis W wie Wutzdog. „Alle Ausrichtungen sind dabei, alle Spielarten, ob Indie, Rock, Pop oder Metal“, sagt Sabine Glinke von „Gleiberg Rocks“. Doch egal wo, egal wann, egal welche Musik: „Nun sitzen wir den zweiten Sommer zu Hause.“ Dass sich innerhalb weniger Wochen ein so großes Bündnis formiert habe, „spricht für die Not, in der wir uns befinden“, sagt Merlin Jost, der „Festivals in Hessen“ initiiert hat und zum Team des „Trebur Open Airs“ gehört, einem Non-Profit-Festival im hessischen Ried. Für die Open-Air-Veranstaltungen seien viele „kluge Konzepte“ entwickelt worden, teils schon im ersten Corona-Sommer. Festivals stellten einen „nicht unerheblichen Teil der hessischen Kulturszene“ dar. Das Aktionsbündnis, das zum Landesnetzwerk der Clubs und Spielstätten „Live in Hessen“ gehört, wolle sich darauf „konzentrieren, gemeinsam mit der Politik und den Behörden aus dieser Krise herauszukommen“. Dafür sind im Papier drei Hauptpunkte formuliert. Nötig sei eine „transparente Kommunikation“ mit klaren Vorgaben, Festivals bräuchten „Planungssicherheit und Entscheidungsspielraum“ und zudem „nachhaltige Förderprogramme“. So sei das Landesprogramm „Ins Freie!“ des Ministerium für Wissenschaft und Kunst nicht nur kaum geeignet für Festivals, es sei sogar „ein Schlag ins Gesicht“, denn es unterstütze nicht bereits bestehende Veranstaltungen, sondern neue, nur auf einen Sommer ausgerichtete Formate. Dabei sei es doch besser, „langfristig Bestehendes zu bewahren, als für ein Jahr Vergängliches zu fördern“, sagt Jost.

Das Burg-Herzberg-Festival zum Beispiel besteht seit 1968 und gilt als das größte Hippie-Festival Europas. Bereits im April hat sich das Team entschieden, es erneut abzusagen, „weil keine Planungssicherheit gegeben war“, sagt Geschäftsführer Gunther Lorz. „Wir haben uns von der Politik im Stich gelassen gefühlt.“ Dirk Klinner vom „Besser als nix“-Festival in Geisenheim fordert, einen Blick darauf zu werfen, „wofür Festivals stehen“. Sie seien „ein Ort der Integration und Inklusion“. Und des ehrenamtlichen Engagements.

Auch das „Tropen Tango“ habe „Akzente gesetzt und alles an Subkultur auf den Acker gebracht“, sagt Rike Kochem, Veranstalterin des Non-Profit-Festivals am Rhein, das bislang noch nicht abgesagt ist – im Gegensatz zu vielen anderen, die früher im Jahr liegen. Das Positionspapier fasst die Notwendigkeit zum Erhalt und Betrieb der Festivals zusammen und fordert die Politik auf, Perspektiven und Sicherheiten zu schaffen, auch für die Zeit nach der Pandemie. Denn: „Hessen ist ein Festival-Land.“

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