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An drei Haltebuchten halten bereits Busse von Flixbus.

Verkehr in Frankfurt

Fernbusbahnhof eröffnet im Januar

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Fünf Jahre nach der Liberalisierung im Fernbusverkehr eröffnet in Frankfurt der zentrale Fernbusbahnhof. Für die Reisenden gibt es bescheidenen Komfort.

Der zentrale Fernbusbahnhof in Frankfurt eröffnet im Januar südlich des Hauptbahnhofs. Wie Markus Diekow vom Projektentwickler CA Immo sagte, werden die Fernbusse künftig an 14 Buchten halten.

Drei Haltestellen sind seit Ende 2016 in Betrieb und werden vom Reiseunternehmen Flixbus genutzt. Rund 180 Fernbusse fahren täglich von der Südseite des Hauptbahnhofs ab; die meisten halten am Straßenrand im Karree zwischen Mannheimer und Pforzheimer Straße, wo Reisende derzeit noch auf den Bürgersteigen warten müssen und rangierende Busse den Verkehr behindern.

Die Fernbusse würden im Laufe des Januars im neuen Fernbusbahnhof halten, sagte Diekow, wodurch sich die Verkehrssituation entspanne. Für die Reisenden stehe ein – unbeheizter – Wartebereich zur Verfügung, es gebe Toiletten sowie einen Ticketverkauf. Einen Kiosk, wie vormals angedacht, werde es aber nicht geben. „Der Kiosk war eine Überlegung, ist aber leider aus Platzgründen im Bereich der Haltestelle nicht möglich“, sagte Diekow. Der Wartebereich werde nicht im Januar, sondern erst „im ersten Quartal 2019“, also bis Frühjahr, überdacht. Die Baukosten gibt CA Immo mit 8,5 Millionen Euro an.

Mit dem Fernbusbahnhof erfüllt sich ein lange gehegter Wunsch der Stadt, die unbefriedigende Situation an der Südseite des Hauptbahnhofs zu verbessern. Jahrelang lag das Areal im Besitz von CA Immo brach und wurde als Parkplatz genutzt. Pläne zum Bau des 210 Meter hohen Turms „Campanile“ zerschlugen sich. Mit der Liberalisierung im Fernbusverkehr Anfang 2013 aber änderte sich die Situation schlagartig: Plötzlich fuhren zahlreiche Busse den Süden des Hauptbahnhofs an, ohne dass eine entsprechende Infrastruktur bereitgestanden hätte. Dieser Übergangszustand dauert auch fünf Jahre nach der Marktliberalisierung weitestgehend an.

Mobile Unterstände aufgebaut

In einem ersten Schritt stellte die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq damals Hinweisschilder auf, damit Fahrgäste den Weg zu den Fernbussen finden konnten. Mittlerweile sind an den Haltestellen von Flixbus zwei mobile Unterstände sowie zusätzliche Mülleimer hinzugekommen.

Die Arbeiten am Fernbusbahnhof hatten im Sommer 2015 begonnen und sollten ursprünglich bis Anfang 2018 abgeschlossen sein. Wie Diekow einräumte, hätten Gleisarbeiten der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die Schienen entfernte, sowie das Verlegen von Stromleitungen den Baufortschritt verzögert. Auch sei vom früheren Plan abgewichen worden, mehrere Haltestellen nach und nach in Betrieb zu nehmen, da sonst der Bau der Haltestellen mit den Arbeiten am Intercity-Hotel in Nachbarschaft des Fernbusbahnhofs kollidiert wäre.

Das Hotel mit 414 Zimmern, Konferenzräumen, Restaurant und Bar eröffnet den Angaben zufolge Anfang Dezember – und damit einige Monate früher als geplant. Auf dem Areal befindet sich außerdem noch das Parkhaus mit Platz für 350 Autos und rund 300 Fahrrädern sowie der Fahrradwerkstatt. Das Interimsgebäude soll niedergelegt werden, um an seiner Stelle ein Hochhaus zu errichten; die Parkplätze würden in eine Tiefgarage verlagert. Laut Hochhausrahmenplan ist ein Turm von 100 Metern Höhe möglich.

Denkbar wären zum Beispiel eine Büroimmobilie oder ein weiteres Hotel, sagte Markus Diekow. „Die Realisierung ist aber abhängig von der Marktnachfrage.“ Kurzfristig werde das Parkhaus nicht abgerissen.

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