Bauarbeiten zwischen Ginnheim und Eschersheim an den neuen Gleisen unter anderem für die S6. 
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Bauarbeiten zwischen Ginnheim und Eschersheim an den neuen Gleisen unter anderem für die S6. 

Bauarbeiten

An den Ferienwochenenden: Bus statt Bahn von Frankfurt nach Bad Vilbel

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Bahn sperrt die Strecke zwischen dem Frankfurter Westbahnhof und Bad Vilbel, auch die Verbindung nach Groß-Karben ist betroffen. Der viergleisige Ausbau kommt voran.

Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen dem Frankfurter Westbahnhof und Bad Vilbel kommt voran. Das erste neue Gleisstück, 2,5 Kilometer lang, zwischen Westbahnhof und Eschersheim, gehe im August in Betrieb, kündigte Projektleiter Julian Fassing von der Deutschen Bahn an. Bis Ende 2023 sollen mehr als 300 Züge, die pro Tag über die Main-Weser-Bahnlinie fahren, über vier statt zwei Gleise rollen.

Der Ausbau geht nicht ohne Einschränkungen für Fahrgäste und Anwohner. In den Sommerferien sperrt die Deutsche Bahn die Strecke zwischen Westbahnhof und Bad Vilbel an sieben Wochenenden. Die Züge der S6 fallen vom 3. Juli bis zum 17. August am Samstag zwischen Bad Vilbel und Frankfurt Süd und ab Samstagabend bis Montagmorgen zwischen Groß-Karben und Frankfurt Süd aus.

Als Ersatz fahren Busse. Auch der Regionalverkehr ist betroffen. Regionalzüge Richtung Gießen werden über Hanau umgeleitet. Die Niddertalbahn fällt an den Ferienwochenenden zwischen Frankfurter Hauptbahnhof und Niederdorfelden aus. Auch hier fahren Busse.

Am Wochenende vom 17. bis zum 20. Juli fährt die S6 zwischen Friedberg und Groß-Karben und Bad Vilbel nur jede Stunde. Ergänzend fahren Ersatzbusse. Am Frankfurter Berg müssen die Fahrgäste zur Haltestelle Hagebuttenweg laufen, weil die Busse nicht zur Station fahren können.

Kosten erhöhen sich

Die Kosten für das Bauprojekt gibt die Bahn noch mit 550 Millionen Euro an. Sie rechnet allerdings mit einer deutlichen Erhöhung, weil sich der Abschluss der Arbeiten von Ende 2022 auf Ende 2023 verzögert. Grund sind unter anderem Klagen von Anwohnern und Probleme mit Logistikwegen sowie Verzögerungen bei Ausschreibungen.

Die Bahn verlegt die neuen Gleise auf rund 13 Kilometern. Lärmschutzwände sollen sie zwischen Ginnheim und Eschersheim flankieren. Teilweise reichen die Gleise dicht an die Wohnbebauung oder Brücken heran. In Einzelfällen hat die Bahn per Besitzeinweisungen Teile von Grundstücken in Anspruch genommen. Wegen des mangelnden Platzes verlegt die Bahn die beiden neuen Gleise nicht komplett auf einer Seite, sondern muss die Seite teilweise wechseln beziehungsweise links und rechts der bestehenden Gleise bauen. „Wir können nicht alles auf einmal bauen, sondern bauen Stück für Stück“, sagte Fassing. Oberleitungen, die jetzt noch im Weg stehen, setzt die Bahn um.

Nach Beschwerden von Anwohnern in Berkersheim, die sich im vergangenen Jahr über die Lastwagen im historischen Ortskern beklagt hatten, hat die Bahn ihr Logistikkonzept in Teilen geändert. Mittlerweile bringt eine Güterbahn 4000 Tonnen Kiesbett pro Woche nach Berkersheim, um einen neuen Bahndamm aufzuschütten. Dadurch würden bis zu 10 000 Lkw-Fahrten eingespart, sagte Fassing.

Die Fußgängerunterführung von Bockenheim in den Niddapark soll laut Fassing zum Jahresende wieder öffnen. Der Bahnübergang am Lachweg soll durch eine Unterführung ersetzt werden. Die neue S-Bahn-Station Ginnheim, schräg unterhalb der U-Bahn-Station Niddapark, soll „zum Abschluss der Gesamtmaßnahme“ fertig sein.

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