Die Metrostation Formosa Boulevard in Taiwan.
+
Die Metrostation Formosa Boulevard in Taiwan.

Glaskunst

Kunst im Fenster

  • vonDiana Unkart
    schließen

In den Derix Glasstudios in Taunusstein werden Werke nach den Entwürfen namhafter Künstler gefertigt.

Glaskunst aus Taunusstein ist weltweit bekannt und geschätzt. Sie ziert das Rockefeller Center in New York, das Foyer der EZB in Frankfurt, den Kölner Dom, die Kathedrale von Reims in Frankreich. Der Dome of Light in der Formosa Boulevard Metrostation in Taiwan, eine bunte 30 Meter breite Glaskuppel, zusammengesetzt aus 1152 Einzelfeldern, ist Touristenattraktion und beliebtes Fotomotiv. Gäste schwärmen von der schönsten Metrostation der Welt.

Für Anna Rothfuss ist Glas ein besonderes Material. Sie ist quasi in den Werkstätten groß geworden und nach ihrem Geschichtsstudium und der Promotion als Projektentwicklerin dorthin zurückkehrt. Ihr Ururgroßvater Wilhelm Derix I. gründete 1866 die Glasmalerei-Werkstätten Derix in Goch am Niederrhein und legte damit den Grundstein für die Derix Glasstudios in Taunusstein. „Glas“, sagt sie, „hat einen ganz eigenen Charakter, eine eigene Brillanz.“ Sie hält ein Stück mundgeblasenes farbiges Glas aus der Hütte Lamberts ins Licht.

Filigrane Strukturen werden erkennbar, feinste Bläschen. Die Bläselung des Glases nennen das Experten. Keine Scheibe gleicht der anderen. Überall im Atelier stehen oder hängen Tafeln mit Mustern: Glas in unzähligen Farbtönen, transparent oder intransparent. An mehreren Tischen entstehen gerade die beiden letzten Fenster für die Kirche St. Nicolai in Kalkar.

Fenster im Vatikan

Wie ein Puzzle setzen die Mitarbeiter Glasstück für Glasstück nach dem Entwurf des Künstlers Karl Martin Hartmann aneinander. Jedes Fenster besteht aus Hunderten Teilen, manche nur wenige Zentimeter groß. 1999 wurde mit der Fertigung der insgesamt 22 Kirchenfenster begonnen. In Taunusstein werden aber keine Entwürfe gefertigt. Sie stammen ausschließlich von Künstlern, Architekten oder Bauherren und werden mit ihnen gemeinsam umgesetzt. Die Kirche ist nach wie vor ein wichtiger Auftraggeber. Ab 1908 durfte sich das Unternehmen „Päpstliche Hofglasmalerei“ nennen, nachdem der Vatikan mit mehreren Fenstern beliefert worden war – unter anderem für die Sixtinische Kapelle. Die Spezialisten restaurieren auch historische Verglasungen, beispielsweise die im Schloss Neuschwanstein. Die ältesten Fenster, die bearbeitet wurden, stammten aus dem späten Mittelalter.

Die neuen Fenster der Kirche von Kalkar sind ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Glaskunst. In ihnen verbinden sich verschiedene Techniken wie Siebdruck, Verbleien, Airbrush, Ätzung und Glasmalerei. Die Derix Glasstudios verfügen über Ätzkabinen, Spritzkabinen für Airbrush und sieben Brennöfen. In dem größten können Flächen von drei mal sechs Metern gebrannt werden. Die technische Ausstattung gepaart mit dem Wissen und der Erfahrung der rund 70 Mitarbeiter machen das Unternehmen zu einem der international führenden im Bereich der Glasgestaltung. Noch etwas anderes mache die Faszination von Glas aus, sagt Anna Rothfuss. Es werde häufig in öffentlich Räumen eingesetzt. So werde Kunst zugänglich. Die Glaskunst sei ein Nischenbereich. Derix will Künstler ermuntern, sich dem Material zuzuwenden und spricht sie aktiv an. „Die Künstler sind viel freier und loten die Grenzen des Handwerks und des Materials aus.“ Um ihre Wünsche umzusetzen, sind diverse neue Verfahren in Taunusstein erfunden worden: Für Johannes Schreiter, einen der weltweit bedeutendsten Glaskünstler zum Beispiel das Airbrush-Verfahren oder Verfahren zum Kleben von künstlerisch gestaltetem Glas.

Werke aus Glas müssen immer zusammen mit dem Ort gedacht werden. Das Material geht eine Verbindung mit Licht ein, das erzeugt eine besondere Stimmung. Bevor ein neues Kunstwerk das Atelier verlässt, wird es vor einer wandgroßen Fensterfront platziert. Erst dort entfaltet es seine Wirkung, beginnt das Glas zu leuchten und zeigt seine Brillanz.

Verlosung

Heute verlost die FR zwei Mal eine Führung durch die Werkstätten der Derix Glasstudios mit je einer Begleitung. Sie findet 22. Juni nachmittags statt.

Wenn Sie gewinnen wollen, dann rufen Sie bis 13. Juli, 14h, bei unserer Gewinnhotline 01378 / 800 831 an und nennen Sie das Stichwort „Glas“. Damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können, hinterlassen Sie bitte Ihren Namen, Ihre Anschrift und Telefonnummer.

Der Anruf kostet 50 Cent aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk teurer. Anbieter Telemedien Interactive GmbH, Datenschutz unter: datenschutz.tmia.de.

Die Gewinner werden per Zufall ermittelt und telefonisch benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung der Gewinne findet nicht statt. Mitarbeiter der Frankfurter Societäts-Medien GmbH sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Mehr zum Thema

Kommentare