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Brigitte Zypris (SPD) hat ihren Wahlkreis verteidigt.

Hessenwahl-Ergebnisse Darmstadt

Zypries (SPD) hängt Huber ab

Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries verteidigt ihr Direktmandat im Wahlkreis 186 vor dem CDU-Mann Charles M. Huber. Der Negativtrend der Grünen setzt sich auch in Darmstadt fort.

So spannend wie vor vier Jahren war es an diesem Sonntagabend nicht. Mit mehr als 2000 Stimmen hat die Sozialdemokratin Brigitte Zypries ihr Direktmandat im Wahlkreis 186 vor dem CDU-Kandidaten Charles M. Huber verteidigt. Im September 2009 hatte sie nur knapp mit 45 Stimmen Vorsprung gegen CDU-Herausforderer Andreas Storm gesiegt. Nach der Auszählung von 263 von 269 Wahlbezirken kam Brigitte Zypries auf 64 047 Stimmen und Charles M. Huber auf 62 080 Stimmen. Die frühere Bundesjustizministerin konnte damit 37,2 Prozent (ebenfalls Stand nach der Auszählung von 263 Wahlbezirken) der Erststimmen auf sich vereinigen.

Gegen den Trend konnte sich auch die Grüne Daniela Wagner nicht stemmen. Wie ihre Partei verlor auch sie einige Prozentpunkt und kam auf 11,7 Prozent (2009: 12,1 Prozent, nach Auszählung von 266 Wahlbezirken). Dass sie über das Direktmandat in den Bundestag einziehen könnte, damit hat sie wohl selbst nicht gerechnet. Aber im Gegensatz zur vergangenen Wahl reichte ihr Listenplatz sieben nicht aus, um über die Landesliste einen Sitz im Bundestag zu erringen. Dazu hätte ihre Partei im Land rund 14 Prozent erhalten müssen. Auffallend: Trotz der Grünen-Erfolge bei der Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl schnitt Wagner auch in Darmstadt selbst schlechter ab als vor vier Jahren.

Gleiches Kräfteverhältnis

Das gleiche Bild ergibt sich bei den Zweitstimmen. Das Kräfteverhältnis ist gleichgeblieben. Die CDU hat in dem Wahlkreis im Bundestrend 6,3 Prozentpunkt auf 35,3 Prozent zugelegt und bleibt stärkste Kraft. Den Grünen ist es nicht gelungen, weder im Wahlkreis noch in Darmstadt die SPD zu überholen. Insgesamt kamen sie auf 14,1 Prozent (minus 3,0 Prozentpunkte). In ihrer Hochburg Darmstadt mussten sie ebenfalls Stimmenverluste hinnehmen und kamen auf 17,6 Prozent (minus 3,3 Prozentpunke). Der große Verlierer – in Bund, Land und Darmstadt ist die FDP. Im Wahlkreis stürzte sie von 15,3 Prozent auf 5,1 Prozent ab, in Darmstadt von 13,6 auf 5,1 Prozent. Dagegen schafft die Alternative für Deutschland aus dem Stand 5,2 Prozent in Wahlkreis, in Darmstadt erreichte sie 4,7 Prozent. Die Linke erreichte 6,7 Prozent.

In allen Landkreisgemeinden des Wahlkreises 186 ging die CDU als Gewinnerin aus der Bundestagswahl hervor. Ihr bestes Ergebnis bei den Zweitstimmen erzielte sie in Eppertshausen, wo sie um 8,7 Prozentpunkte zulegte und auf 45,2 Prozent kam. Dort erzielte auch der Direktkandidat Charles M. Huber seinen absoluten Spitzenwert: 47,3 Prozent – ein Paukenschlag. Überhaupt schlug sich der bayerische Schauspieler bei seinem Wechsel ins politische Fach in Südhessen überraschend erfolgreich. „Eigentlich hatte ich ein sehr positives Gefühl“, erklärt die bislang stets erfolgreiche Wahlkämpferin Zypries. Sie war im Schattenkabinett des Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück als Verbraucherschutzministerin vorgesehen. Daraus wird nun nichts werden: „Das ist schon in Ordnung“, lächelt sie.

Immerhin steht fest, dass in der Bundesregierung der Posten an der Spitze des Justizministeriums frei wird, den Zypries bereits jahrelang innehatte – auch unter Kanzlerin Merkel. „Vielleicht ruft sie mich ja wieder an“, scherzt die Abgeordnete, die den Wahlkreis Darmstadt nun schon zum dritten Mal direkt gewonnen hat. (rf/pk)

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