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Stephanie Wüst kandidierte im Wahlkreis 36.

Hessen-Wahl

FDP will gebraucht werden

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Die Liberale hoffen auf Sitz im Landtag für Frankfurter Kandidaten.

Bei der FDP in Frankfurt zeigt man sich zufrieden mit dem Wahlergebnis. „Die Zitterpartie von damals hat sich erledigt“, sagte Fraktionsvorsitzende Annette Rinn im Römer. Damals, bei der Landtagswahl 2013, als die FDP bis zum Ende bangen musste, ob sie den Einzug in den Landtag schaffen wird. Davon ist nun bei mehr als 7,5 Prozent in Hessen keine Rede mehr. Das sei ja auch vorhergesagt gewesen, meinte Rinn. „Das war daher keine Überraschung.“ Allerdings ärgerte sich der FDP-Stadtverordnete Stefan von Wangenheim auch ein wenig. „Wir haben 50 Prozent dazugewonnen, das ist ein richtig schönes Ergebnis“, sagte er. „Aber was passiert? Wir müssen weitermachen wie bisher.“ Denn Schwarz-Grün sei nun einmal nicht abgewählt worden. 

Zumindest zu diesem Zeitpunkt war die Mehrheit für die derzeitige Regierung hauchdünn. „Wenn es nun bei CDU und Grünen das Gefühl gibt, dass es sehr knapp ist, und ein Partner gewünscht wird“, sagte Kreisvorsitzender Thorsten Lieb, „dann stehen wir nicht zur Verfügung.“

Die FDP habe schon einmal in einer ähnlichen Situation Nein gesagt. Als die CDU knapp die absolute Mehrheit in Hessen erzielt hatte, wollte man nicht Partner werden. „Wir wollen mitgestalten, nicht einfach nur für Stabilität sorgen.“ Auch Rinn rät ab, ein solches Bündnis einzugehen. „In Frankfurt hatten wir das schon mal mit Schwarz-Grün, das bringt nichts, wenn man nicht wirklich gebraucht wird.“

Anders sieht es allerdings aus, wenn es für eine Fortsetzung der Koalition nicht reichen würde. „Dann müssen wir mit CDU und Grünen reden und schauen, wie liberale Inhalte umgesetzt werden können“, sagte Stadtverordneter Uwe Schulz. 

Gebangt wurde am Abend im Römer dennoch, auch wenn der Wiedereinzug der FDP in den Landtag schnell klar war. Aber ob der Frankfurter Landtagskandidat Yanki Pürsün einen Sitz bekommen würde, darum mussten die Liberalen zittern. Neun Sitze zeigte der Bildschirm im Römer den Abend über für die FDP an, Pürsün stand auf Listenplatz 11. Und da fingen die Liberalen an zu rechnen. „Wenn die CDU Überhangsmandate erhält, dann können wir vielleicht von zwei Ausgleichsmandaten ausgehen“, sagte Lieb. Dann wären es elf Sitze. Und so hofft von Wangenheim etwa, dass die CDU möglichst viele Wahlkreise in Frankfurt gewinnt. „Damit Yanki Pürsün in den Landtag kommt.“

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