Hessen

Warten auf das endgültige Ergebnis

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Erst am 16. November steht fest, ob die Grünen wirklich vor der SPD landen - bei einer letzten Prüfung können sich noch geringe Änderungen der Stimmen ergeben.

In Hessen gibt es nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis rechnerisch drei Möglichkeiten, Koalitionen zu bilden: CDU/Grüne, CDU/SPD oder Grüne/SPD/FDP. Der Berliner Wahlforscher Sebastian Bukow fügte am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung in Frankfurt jedoch einen Halbsatz hinzu: „wenn es dabei bleibt“.

Tatsächlich ist das Resultat so knapp ausgefallen, dass Änderungen am vorläufigen Ergebnis nicht ausgeschlossen sind. Am 16. November tagt im Wiesbadener Innenministerium der Landeswahlausschuss und stellt das endgültige amtliche Endergebnis fest.

Bei geringen Verschiebungen könnte es sein, dass die drei Optionen doch nicht möglich sind. Alle drei Varianten kämen nur auf die knappste denkbare Mehrheit – auf 69 von 137 Sitzen im Landtag.

Wenn am Ende doch ein 138. Sitz hinzukäme, wie es in der letzten Hochrechnung in der Sonntagnacht ausgesehen hatte, wäre die Debatte über ein Jamaika-Bündnis von CDU, Grünen und FDP zurück. Die FDP hat Jamaika in Hessen nicht aus inhaltlichen Gründen ausgeschlossen, sondern nur, weil sie nicht das fünfte Rad am Wagen einer schwarz-grünen Koalition sein will. Wenn es aber auf ihre Stimmen ankäme, müsse sie die Lage neu bewerten.

Auch die Reihenfolge der Parteien könnte sich noch verschieben. Landesweit haben die Grünen nach dem vorläufigen Ergebnis einen minimalen Vorsprung von 94 Stimmen auf die SPD erzielt. Wenn sich das umdrehen würde, hätten in einer Ampel-Koalition nicht die Grünen, sondern die Sozialdemokraten den Anspruch, den Ministerpräsidenten zu stellen. Das könnte der FDP eine Zustimmung erleichtern.

Zur Überprüfung des vorläufigen Endergebnisses gleichen die Kreiswahlleiter die Niederschriften der Wahlvorstände mit den Zahlen ab, die in die Systeme des Landeswahlleiters übertragen wurden. Dabei können Fehler aufgespürt werden, etwa wenn sich Beteiligte in einer Zeile vertan haben.

Bei der Landtagswahl 2013 ergab sich nach der Überprüfung, dass im vorläufigen Ergebnis 2190 Stimmen zu wenig registriert worden waren. Im endgültigen amtlichen Ergebnis hatte die CDU 744 Stimmen mehr als im vorläufigen, die SPD 585, die AfD 487, die Grünen 290, die Linken 99 und die FDP 97 Stimmen. Auch bei den sonstigen Parteien gab es leichte Abweichungen.

Bei der Bundestagswahl 2013 legten SPD (plus 248), Linke (plus 150), CDU (plus 133) und Grüne (plus 77) bei der Nachzählung zu. FDP (minus 60) und AfD (minus 3) verloren Stimmen. Die Prozentzahlen für die Parteien und die Anzahl ihrer Sitze in den Parlamenten änderte sich dadurch aber weder bei der Landtags- noch bei der Bundestagswahl.

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