+
Der Vorsitzende der SPD in Hessen, Thorsten Schäfer-Gümbel, wäre für einen Regierungswechsel zu Kompromissen bereit.

Wahl in Hessen

SPD wäre zu Juniorpartnerschaft bereit

  • schließen

Thorsten Schäfer-Gümbel will einen Regierungswechsel in Hessen. Dafür wäre er auch bereit, als Juniorpartner in eine Ampel-Koalition einzutreten.

Thorsten Schäfer-Gümbel könnte sich vorstellen, als Juniorpartner in eine Koalition mit den Grünen einzutreten. „Wenn ein Angebot ernst gemeint ist und wenn damit die Umsetzung unserer sozialdemokratischen Kernthemen verbunden ist, werde ich es annehmen“, sagte der hessische SPD-Chef. „Allein schon deshalb, damit die Union nach 19 Jahren in die Opposition geht.“

Rechnerisch wäre in Hessen auch eine Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP möglich. Allerdings haben die Liberalen bereits mehrfach erklärt, keinen grünen Ministerpräsidenten wählen zu wollen. 

Grüne haben 94 Stimmen Vorsprung 

Die SPD war bei der Hessen-Wahl auf den historischen Tiefstand von 19,8 Prozent abgerutscht. Die Grünen erzielten ebenfalls 19,8 Prozent - haben jedoch 94 Stimmen Vorsprung vor den Sozialdemokraten. Bei einer Ampel-Koalition hätten die Grünen daher die Priorität, wenn es um das Stellen des Ministerpräsidenten geht.  

Wenn es einen Regierungswechsel geben soll und ein grün-rot-gelbes Bündnis die Geschäfte in Hessen lenken soll, müssten sich die Partei auf einen Ministerpräsidenten einigen, der auch für die FDP akzeptabel wäre. Bislang hatte der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, René Rock, einer Ampel stets eine Absage erteilt: „Das Problem bei dieser Ampel ist, dass Tarek Al-Wazir die Nase vorn hat“, sagt Rock. „Das liegt nicht an der Person Tarek Al-Wazir, sondern an den politischen Themen, für die er steht.“ Eine Ampel sei für ihn eine „unrealistische Variante“. 

Bouffier will Sondierungsgespräche führen 

Unterdessen will Volker Bouffier noch in dieser Woche Verhandlungen mit potenziellen Regierungspartnern führen. Für Donnerstag seien erste Sondierungsgespräche geplant, sagte eine Sprecherin der CDU Hessen. Mit welcher Partei begonnen werden solle, stehe noch nicht fest. Bouffier hatte am Montag gesagt, er wolle Gespräche mit SPD, Grünen und FDP führen und er gehe davon aus, als Ministerpräsident weiterregieren zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare