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Stimmabgabe in einem Wahllokal im Nordend.

Landtagswahl in Frankfurt

SPD-Anhänger bleiben daheim

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Die Stadt legt das endgültige Ergebnis der Landtagswahl für Frankfurt vor. Die CDU verliert Stimmen an Grüne und AfD.

Im Riederwald herrschen klare Verhältnisse. In der einstigen Arbeitersiedlung im Osten Frankfurts schneiden Parteien entweder besonders gut oder besonders schlecht ab. Ihre besten Ergebnisse in Frankfurt erzielten SPD (27,9 Prozent) und Linke (17,5) ebendort. Derweil schnitten CDU (12,2) und FDP (4,3) nirgendwo so schlecht ab wie im Riederwald.

Seit Montagmittag, als Stadtrat Jan Schneider (CDU) das endgültige Ergebnis der Landtagswahl für Frankfurt vorstellte, haben es die Grünen amtlich: Sie sind in der Stadt stärkste politische Kraft. Zweifel daran hatte es in den vergangenen Wochen trotz der Berichte über fehlerhaft oder gar nicht übermittelte Resultate aus den Wahlbezirken nicht gegeben. Zu deutlich war ihr Vorsprung vor der CDU. Am Ende lagen die Grünen bei den Zweitstimmen genau 8450 Voten vor den Christdemokraten.

Auch bei den Erststimmen siegten die Grünen in Frankfurt – wenn auch wesentlich knapper. Der Vorsprung betrug 571 Voten. Bei früheren Wahlen hatten die Grünen bei den Wahlkreisstimmen stets den dritten Platz belegt. Viele Frankfurterinnen und Frankfurter, die die Partei mit der Zweitstimme unterstützten, hielten eine Stimme für den Direktkandidaten der Grünen für verschenkt. Sie unterstützten lieber die Bewerber von CDU oder SPD. Das war diesmal anders. Drei Viertel der Menschen, die die Grünen mit der Landesstimme gewählt hatten, stimmten auch für den Direktkandidaten. Erstmals konnte die Partei deshalb zwei der sechs Frankfurter Wahlkreise gewinnen. Marcus Bocklet und Miriam Dahlke ziehen direkt in den Landtag ein.

Anhand von repräsentativen Wahlbezirken wurden auch Wählerwanderungen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem die SPD ihr Potenzial nicht abrufen konnte. 21.000 Menschen, die bei der vergangenen Wahl die Sozialdemokraten unterstützt hatten, gingen diesmal nicht an die Urne. Die CDU verliert vor allem an die Grünen (13.000 Stimmen) und die AfD (10.000). Die Grünen verzeichnen Zugewinne von allen Parteien außer von den Linken, an die sie 2400 Wählerinnen und Wähler verlieren. Die Linke gibt 1200 Stimmen an die AfD ab, während die Zahl der Menschen, die 2013 die Grünen und nun die AfD wählten, weniger als 500 betrug und deshalb nicht festgestellt wurde.

Die Wahlbeteiligung lag in Frankfurt bei 64,7 Prozent. Das sind 5,9 Prozentpunkte weniger als 2013. Damals allerdings fielen Landtags- und Bundestagswahl zusammen. Im Vergleich zur Abstimmung 2009 gab es einen Anstieg um knapp sechs Punkte.

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