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Zur Hauptverkehrszeit geht es am Kaiserlei derzeit nur sehr langsam voran - auch den Bussen geht es da nicht besser.

Offenbach-Frankfurt

Pendler frustriert über Staus am Kaiserlei

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Die Sperrung des S-Bahn-Tunnels und die Bauarbeiten sorgen erstmals für lange Rückstaus am ehemaligen Kaiserlei-Kreisel. Auf der Buslinie 103 kommt es zu Verspätungen und Ausfällen.

Hätten se doch de Kreisel gelasse“, ärgert sich eine Frau am Mittwochmorgen in breitem Hessisch in einem Bus der Linie 103 der Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB). Das rot-weiße Dieselfahrzeug ist seit dem Halt an der Eissporthalle bis an den Rand mit Pendlern befüllt und kommt auf dem Weg zwischen Frankfurt-Bornheim und Offenbach diesmal schon mitten auf der Kaiserleibrücke zum Stehen. Bis der Bus die Offenbacher Innenstadt erreicht, dauert es noch eine ganze Weile – und es dauert länger als sonst.

Über ein Jahr lang ist es den Chefplanerinnen im Offenbacher Amt für Verkehrsmanagement gelungen, Autos und Busse am Kaiserlei trotz laufender Arbeiten überraschend reibungslos durch die Riesen-Baustelle zu lotsen. Der große Kreisel wird hier bis 2020 zu zwei Kreuzungen umgebaut, die dann mehr Verkehr stemmen können und zudem den Weg frei machen für neue Gewerbeflächen.

Doch seit etwa einer Woche staut es sich am Kaiserlei trotz Osterferien stärker als in den Monaten zuvor – und auf der Buslinie 103 kommt es zu Verspätungen und sogar Ausfällen. Ein Grund dafür sind die Bauarbeiten im S-Bahn-Tunnel, die noch bis 9. April andauern und die die Buslinie zur beliebten S-Bahn-Alternative gemacht haben. Ein anderer Grund ist, dass die Baustelle am Kaiserlei bis Mitte April bei laufendem Verkehr Stück für Stück auf die nächste Bauphase umgestellt wird – zeitgleich mit der Tunnelsperrung. „Daraus resultieren die von Ihnen gemachten Beobachtungen hinsichtlich der Rückstaus“, lautet die Antwort von Offenbachs Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) auf eine aktuelle Anfrage der FR.

Seit vergangener Woche ist am Kaiserlei unter anderem die Strahlenbergerstraße in einer Fahrtrichtung gesperrt, während sich die neu für den Verkehr geöffnete Kaiserleipromenade vor Erreichen des Kreisels auf eine Spur verengt.

Änderungen sind teils unübersichtlich

Die OVB hat schon reagiert und setzt seit Mittwoch auf dem Teilstück der 103er-Strecke zwischen Kaiserlei und Bornheim zwei zusätzliche Gelenkbusse ein. Dafür halten einige Busse der Linie, die aus Offenbach kommen, an der Haltestelle Kaiserlei-West und drehen wieder um – wer nach Frankfurt will, muss am Kaiserlei dann umsteigen. Die Haltestelle Kaiserlei-Ost soll indes nicht mehr angefahren werden – was jedoch noch nicht immer klappt. „Kurzzeitige Versuche, auf dem Weg nach Frankfurt diese Haltestelle in der Berliner Straße wieder zu bedienen, führten zu keiner Verbesserung der Situation“, heißt es bei der OVB. Deshalb wird vermehrt die Ersatzhaltestelle Kaiserlei-Ost vor dem Omega-Haus in der Strahlenbergerstraße angefahren.

Unübersichtlich für Pendlerinnen und Pendler ist, dass diese Änderungen vor Ort nicht überall ersichtlich sind und auch nicht alles verlässlich in den gängigen Mobilitäts-Apps angezeigt wird. „Das ist eine schwierige Situation für die Verkehrsbetriebe in der wir flexibel und schnell reagieren müssen“, sagt OVB-Sprecher Jörg Muthorst. Deshalb ist auch offen, wie lange die spontane Taktverdichtung der Busse zwischen Offenbach und Frankfurt bestehen bleibt.

Der Fahrgastbeirat der Offenbacher Verkehrsgesellschaft Nahverkehr in Offenbach GmbH (NiO) hatte bereits im Januar gefordert, die Linie 103 während der Sperrung des S-Bahn-Tunnels häufiger fahren zu lassen, da diese Verbindung „eine Anbindung an den U-Bahn-Verkehr in Frankfurt und damit eine schnellere Anbindung an den Frankfurter Osten und Norden“ gewährleiste als die bestehenden ergänzenden Nahverkehrsangebote im Süden – also etwa die Straßenbahnlinie 16 durch Oberrad und der Regionalverkehr vom Offenbacher Hauptbahnhof.

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