Ökologisch in die Höhe

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Römer-Mehrheit verabschiedet die Fortschreibung des Hochhaus-Rahmenplans

Die Krise, welche Krise? Als Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) am Donnerstagabend im Stadtparlament zum Hochhaus-Rahmenplan spricht, betont er das Positive. Bis Ende November lag die Zahl der Bauanträge, die im Rathaus eingingen, um zwei Prozent über der des Vorjahres. Der Wert der beantragten Bauvorhaben beträgt fast 1,6 Milliarden Euro, rund 48 Prozent mehr als 2007.

Der neue Hochhaus-Rahmenplan, der 23 Hochhäuser an 16 Standorten ermöglicht, wird von Schwarz denn auch als "wirtschaftsfördernder Impuls für Frankfurt" gewertet. Elf Jahre sind vergangen, seit Schwarz' Vorgänger Martin Wentz (SPD) den ersten Plan auf den Weg gebracht hatte. Die Fortschreibung setzt deutliche ökologische Akzente: 50 Prozent der Energie der neuen Hochhäuser muss künftig aus Erdwärme oder Photovoltaik gewonnen werden, die Primärenergie darf 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht übersteigen - in den alten Türmen von heute ist es oft noch das Doppelte.

Schwarz kündigt eine Senkung der Baugebühren an - zusammen mit Wiesbaden verlange Frankfurt künftig die niedrigsten Sätze in Hessen. Die Opposition verwirft dennoch, was Schwarz-Grün vorlegt. "Ein Streuselkuchen ohne Konzept", "einfach Murks" ist der Plan in den Augen von SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling. Die Koalition gebe simpel den Wünschen von Investoren nach. Manfred Zieran von Ökolinx/Antirassistische Liste sagt es drastischer: "Eine völlig am Großkapital orientierte, unsoziale Planungspolitik."

Katharina von Beckh von den Freien Wählern wundert sich, dass der Plan schon wieder von der Wirklichkeit überholt wird - etwa beim Campanile-Turm südlich des Hauptbahnhofs, der jetzt 200 statt vorher 100 Meter hoch werden darf. Oder beim neuen Hochhaus der DZ-Bank, das Schwarz-Grün jetzt doch noch erlaubt. Claudia Volpp von den Flughafenausbaugegnern verlangt "Klimagutachten durch unabhängige Sachverständige".

Schwarz-Grün schießt sich auf die SPD ein, die Hochhäuser nur noch in einer engen Zone zulassen möchte - etwa entlang der oberen Mainzer Landstraße. CDU-Sprecher Jochem Heumann unterstellt den Sozialdemokraten, sie wollten "Frankfurt verdunkeln" - durch neue Türme ohne Höhenbegrenzung. "Die SPD stellt sich außerhalb ernsthafter Planungspolitik", meint Grünen-Sprecherin Andrea Lehr. Schwarz-Grün verhindere ökologische Sünden - etwa durch die Begrenzung des Allianz-Turms im Westend auf 60 Meter.

Am Ende bringen CDU, Grüne und FDP den Plan auf den Weg.

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