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Seit dem Platzen von Jamaika hat Christian Lindner Erfahrung in politschen Absagen.

FDP in Hessen

Lindner gibt sich staatstragend

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Die FDP ist sich sicher, in den Landtag in Hessen einzuziehen und will sich nicht an einer Regierung unter Al-Wazir beteiligen.

Der Andrang ist groß. Schon lange bevor Christian Lindner am Freitagabend auf die Bühne kommt, ist das Gesellschaftshaus des Palmengartens überfüllt. Die Stimmung ist nicht so aufgekratzt wie am Tag zuvor bei den Grünen. Aber alle sind sich sicher, dass die FDP diesmal keine Zitterpartie wie 2013 erleben, sondern souverän in den Landtag einziehen wird.

Zunächst spricht Generalsekretärin Nicola Beer. Ihr Ton: wahlkampftypisch aggressiv. In Frankreich kümmere sich Emmanuel Macron persönlich darum, dass Firmen nach dem Brexit aus London nach Paris zögen. Die hessische Landesregierung agiere indes „provinziell“, schimpft sie.

Spitzenkandidat René Rock greift die Grünen an. Für ein Bündnis mit der CDU habe die Partei ihre Flughafenpolitik aufgegeben. Im Übrigen seien „linke Chaoten genauso gefährlich wie rechte“, deshalb dürfe es keinesfalls ein Linksbündnis geben – und auch keine andere Regierung unter der Führung von Tarek Al-Wazir (Grüne), der sich nicht genügend von Linksradikalen distanziere.

Dagegen gibt sich Lindner fast staatstragend. „Die Republik ist überreizt“, sagt er. Nötig sei die Rückkehr zu „Sachdebatten“. Und auch über mögliche Neuwahlen im Bund redet Lindner: „Manch einer sieht das nicht als Drohung, sondern als Chance.“ 

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