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Die Radiomoderatorin Bärbel Schäfer steht mit Minister Stefan Grüttner (CDU) der Kommission „Hessen hat Familiensinn“ vor.

Landespolitik

Landesregierung sucht Ideen für Familien

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Bürger und Initiativen sollen in „Dialogforen“ an neuen Konzepten zum Thema Familie mitarbeiten. Dafür hat die Landesregierung eine Kommission gegründet.

Die Hessische Landesregierung will ihre Familienpolitik auf neue Beine stellen. Anregungen dazu sollen auch die Bürger liefern. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) kündigte für dieses Jahr „Dialogforen“ an, die verschiedene Themen aufgreifen sollen: Kinder und Jugend, Familie und Beruf, Leben in der Familie sowie Seniorinnen und Senioren.

„Gerade Menschen, die nicht unmittelbar in der politischen Verantwortung stehen, können in viele Fragestellungen eine neue Perspektive einbringen“, sagte Grüttner. Als Vertreterin der externen Sicht stellte er die Radiomoderatorin Bärbel Schäfer vor. Im Tandem mit dem Minister steht sie der im schwarz-grünen Koalitionsvertrag verabredeten Kommission „Hessen hat Familiensinn“ vor. Das Gremium soll Konzepte entwickeln, wie Politik der Vereinzelung von Senioren oder jungen Eltern entgegenwirken kann. Darin vertreten sind Parlament, Regierung, Wirtschaft, Verwaltung, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbänden und private Initiativen.

Die Grünen begrüßten die Initiative ihres Koalitionspartners: Ziel sei es, Antworten auf die sich verändernden Familienmodelle zu entwickeln, sagte Marcus Bocklet, familienpolitischer Sprecher der Fraktion. „Es ist wichtig, neue Formen des Zusammenlebens zu stärken, um Gemeinschaft zu unterstützen.“ Lob kam auch von den Grüttners Parteifreunden: „Unser Ziel ist es, Familien in Hessen mit neuen Konzepten noch passgenauer in ihren unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten zu unterstützen“, sagte die Unionsabgeordnete Bettina M. Wiesmann und betonte: „Für den Bereich Familien stehen allein in 2017 im Haushalt insgesamt rund 569 Millionen Euro zur Verfügung.“

Der sozialpolitische Sprecher der FDP, René Rock, zeigte sich überrascht: Statt sich mit der Entwicklung neuer Konzepte zu beschäftigen, solle die Landesregierung die politische Rahmenbedingungen der Lebenswirklichkeit heutiger Familien anpassen, forderte er: „Wir alle wissen, dass sich die Situation der Alleinerziehenden mit Kindern dringend verbessern muss.“ Das Wichtigste für diese Menschen seien eine gute Kinderbetreuung sowie finanzielle Sicherheit. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass die Landesregierung ein neues Dialogforum einrichtet, gleichzeitig aber als einziges Bundesland das neue Unterhaltsvorschussgesetz im Bundesrat blockiere.

Bärbel Schäfer hingegen verspricht sich von der Kommission „kreative, engagierte und vom Staat logistisch organisierte neue Familienkonzepte“. Gerade wenn mehrere Generationen mit ihren unterschiedlichen Lebensperspektiven eine Gemeinschaft bildeten, könne sich Positives entwickeln. Der Staat und die Gesellschaft hätten dazu die Rahmenbedingungen zu liefern.

Als größte Herausforderung für Familien sagte die Moderatorin die Betreuung der älteren Generationen in der häuslichen Umgebung voraus. „Die Kommission und die Dialogforen werden viele neue Impulse ergeben, die wir in die Unterstützung der hessischen Familien einfließen lassen können.“

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