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Das Kurbad wird in diesem Jahr 40 Jahre alt.

Königstein

Kurbad soll saniert werden

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Das Parlament bekennt sich erneut zu der denkmalgeschützten Einrichtung. Wo das Geld dafür herkommen soll, ist aber offen. Die ALK will die Bürger befragen.

Für die einen ist es ein in die Jahre gekommenes Juwel, für die anderen ein teurer Klotz am Bein: Das Kurbad hat schon bei seinem Bau vor 40 Jahren die Gemüter in Königstein bewegt, damals drehte sich die Diskussion um die auffällige blau-orange Farbgestaltung, heute geht es vor allem um die notwendige Sanierung und die Frage, woher das Geld dafür kommen soll.

Von rund zehn Millionen Euro Kosten geht Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) aus, doch die Kassen sind leer. Nichtsdestotrotz hat die Mehrheit der Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung erneut öffentlich den Willen bekundet, „die Sanierung des Kurbades Königstein nunmehr mit Nachdruck zu begleiten und umzusetzen“.

Ähnliche Beschlüsse gab es bereits 2011 und 2014. Passiert war anschließend jedoch wenig. Horst-Günther Falkenhan ist davon überzeugt, dass es diesmal anders kommt. Falkenhan hatte gemeinsam mit anderen ein Bürgerbegehren initiiert, um die Kurbadsanierung voranzutreiben. 1200 Unterschriften haben sie dafür allein in Königstein gesammelt, weitere 3000 kamen von Sympathisanten von außerhalb.

Nach den Statements im Stadtparlament könne er sich nicht vorstellen, dass nun wieder viel Zeit ins Land gehe, ohne dass etwas geschehe, sagt Falkenhan. Damit habe das Begehren sein Ziel erreicht, auf einen Bürgerentscheid besteht die Initiative nun nicht mehr.

Das freut Bürgermeister Helm. Schließlich hatte die Initiative in ihrer Vorlage einige strikte Forderungen aufgestellt, etwa dass die Sanierung höchstens zehn Millionen Euro kosten dürfe. „Je weniger Fesseln, desto besser“, findet Helm. Schließlich handele es sich beim Kurbad um einen denkmalgeschützten „Oldtimer“, und da könne man mögliche Kosten nie exakt abschätzen.

Zehn Millionen Euro Kosten

Ein zweites „Haus der Begegnung“ werde das Kurbad aber nicht werden, versichert er. Bei der Sanierung des Veranstaltungsgebäudes waren die Kosten im Laufe der Arbeiten von sechs auf knapp zehn Millionen Euro gestiegen.

Nötig sei vor allem eine Erneuerung der Technik, aber auch der „Wellnessfaktor“ für die Badegäste müsse gesteigert werden. Das gelte etwa für die in die Jahre gekommenen Saunakabinen. Helm geht davon aus, dass es trotz des Stadtverordnetenbeschlusses noch anderthalb bis zwei Jahre dauern wird, bis die Arbeiten beginnen können.

Denn noch warten einige heikle politische Entscheidungen auf die Lokalpolitiker. Vor allem, wenn es um die Finanzen geht. Relativ unumstritten ist der Verkauf einer Wiese oberhalb des Schwimmbadparkplatzes. „Sie ist seinerzeit genau für diesen Zweck gekauft worden“, sagt der Bürgermeister. Doch das Grundstück dürfte nur rund vier Millionen Euro einbringen.

Helm hat deshalb auch den Verkauf von Wohnhäusern an der Thewaltstraße und die Umwandlung eines Teils der Hubert-Faßbender-Anlage in ein Baugebiet ins Spiel gebracht. Die Parkanlage werde von den Königsteinern nur sehr spärlich genutzt und die Häuser seien ohne soziale Zweckbindung, betont er.

Das sieht die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK), die größte Fraktion im Stadtparlament, jedoch anders. Weder Park noch städtische Wohnhäuser sollten für das Kurbad veräußert werden, fordert der Fraktionsvorsitzende Robert Rohr. Außerdem möchte die ALK die Schwimmbadwiese nicht allzu dicht bebauen.

Die Wählergemeinschaft sei nicht grundsätzlich gegen eine Sanierung des Kurbads, sagt Rohr. Allerdings würde die ALK dazu gerne die Bürger befragen. Schließlich handele es sich dabei um die „auf Jahrzehnte wichtigste Entscheidung der Kleinstadt Königstein“.

Die ALK hat jedoch nicht die Mehrheit im Parlament. Das hat auch die jüngste Abstimmung zum Kurbad gezeigt. Da waren sich CDU, SPD, FDP und Grüne einig, während die ALK gegen den Grundsatzbeschluss zu Kurbad und Bürgerbegehren stimmte.

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