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In Hessen gibt es nur Weihnachtsferien und die sind bereits zu Ende.

FDP-Vorstoß gescheitert

Keine Winterferien für Hessen

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Die FDP will die Weihnachtsferien verkürzen und dafür Ski-Ferien einführen. Kultusminister Alexander Lorz hält das aber pädagogisch für falsch.

In zehn Bundesländern können sich Schülerinnen und Schüler schon bald wieder auf Ferien freuen. Dort gibt es im Februar Winterferien. In Hessen sieht das Kultusministerium keinen Grund, diese einzuführen.

Im Landtag setzt sich die FDP für Winterferien in Hessen ein. „Gerade in diesen Tagen erreichen mich wieder zahlreiche Beschwerden insbesondere junger, Wintersport-begeisterter Familien, dass es in Hessen nicht die Möglichkeit gibt, in schneereichen Zeiten der Nebensaison Familienurlaub zu machen“, berichtete der FDP-Schulpolitiker Wolfgang Greilich. Die Weihnachtsferien sollten um eine Woche verkürzt werden, um Familien Urlaub außerhalb der teuren Hauptsaison zu ermöglichen

Von derartigen Elternwünschen ist allerdings weder im Kultusministerium noch bei den anderen Fraktionen etwas bekannt. Sie sehen daher keinen Grund für eine entsprechende Initiative.

„Sowohl für längere Weihnachtsferien im Januar als auch für Winterferien im Februar gibt es Argumente“, urteilt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner. „Wichtig ist für uns Grüne, was die Eltern und die Schulpraktiker davon halten.“ Weder vom Landeselternbeirat noch von Lehrerverbänden seien solche Initiativen bekannt.

Das bestätigt der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Reiner Pilz. Es gebe „keine Beschwerden von Eltern, die eine Skiwoche fordern“, sagte Pilz der Frankfurter Rundschau am Montag. Zudem sei die „Hessenwoche“, die letzte Woche der hessischen Weihnachtsferien, nicht unbedingt teurer als Urlaub im Februar. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) urteilt, eine Unterbrechung der Unterrichtszeit zwischen Weihnachten und Ostern sei „aus pädagogischen Gründen nicht zu begrüßen“. Sein Sprecher Philipp Bender betont: „Es ist keine Änderung geplant.“

Auch der SPD-Bildungspolitiker Christoph Degen macht pädagogische Gründe geltend. Er frage sich, „ob es Sinn macht, die Ferien weiter zu zerstückeln“, sagt er. Die SPD würde sich einer Diskussion jedoch nicht verschließen, „wenn es großen Bedarf in der Bevölkerung gäbe“. Den sehe er aber nicht, fügte Degen hinzu.

Linken-Fraktionschefin Janine Wissler befürwortet ebenfalls längere zusammenhängende Weihnachtsferien. Der FDP-Vorstoß für Winterurlauber gehe ohnehin an der Realität vieler Haushalte vorbei, die sich keinen Urlaub leisten könnten, fügt Wissler hinzu.

Zuletzt war eine ähnliche Diskussion über die Einführung von Pfingstferien geführt worden. Auch sie gibt es in anderen Bundesländern, aber nicht in Hessen. Auch hier argumentiert Lorz, eine längere schulische Strecke sei pädagogisch sinnvoll.

Das sieht Lorz genau so wie seine Vorgängerin, die ausgerechnet der FDP angehört hatte. Ex-Ministerin Nicola Beer hatte 2013 auf die Frage der Grünen, ob Pfingstferien sinnvoll seien, mit einem Nein geantwortet.

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