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Da bekommt das Wort Hochrechnung noch mal eine andere Bedeutung: Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden.

Hessen-Wahl

Jubel bei den Grünen

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Tarek Al-Wazir und seine grünen Parteifreunde feiern bei der Landtagswahl in Hessen ihr bestes Wahlergebnis. Bei der SPD hingegen herrscht Katzenjammer.

So richtig gejubelt wurde am Sonntagabend im hessischen Landtag nur bei einer Partei: den Grünen. Der andere Wahlsieger, die AfD, feierte fernab des Parlaments im Wiesbadener Stadtteil Biebrich. 

Bei der SPD herrschte Katzenjammer. Die CDU beklagte ebenfalls hohe Verluste, blieb aber deutlich stärkste Partei und kann wohl weiter regieren. Linke und FDP konnten sich über leichte Zugewinne freuen. 

Aber wirklich gute Stimmung gab es nur bei den Grünen. Ihr Fraktionschef im Landtag, Mathias Wagner, wertete das beste Wahlergebnis aller Zeiten „als klaren Auftrag, an der nächsten Regierung beteiligt zu sein“. Auch Vize-Regierungschef Tarek Al-Wazir sprach von einem „Auftrag“ an die Grünen und nannte seine Partei „die Gewinner dieses Wahlabends“.

In den nächsten Tagen will der CDU-Vorsitzende Volker Bouffier sowohl die Grünen als auch FDP und SPD zu Gesprächen über eine Regierungsbildung einladen. Doch die Sozialdemokraten kommen wohl nicht wirklich als Regierungspartner infrage. „Wir haben diese Wahl verloren“, gestand ihr Vorsitzender und Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel ein. Die Grünen-Spitzenkandidatin Priska Hinz kann sich nicht vorstellen, dass CDU und SPD koalieren. „Wenn sich die größten Verlierer zusammentäten, käme das in Hessen nicht gut an“, urteilte sie über CDU und SPD. 

Der hessische FDP-Spitzenkandidat René Rock zeigte sich offen für ein Jamaika-Regierungsbündnis mit CDU und Grünen. „Ja, wir würden sondieren und wollen gucken, ob wir es hinbekommen“, sagte er. Eine solche Koalition sei in Hessen einfacher zu bilden als im Bund. 
Linken-Fraktionschefin Janine Wissler zeigte sich erfreut, dass ihre Partei so stark wie noch nie in den hessischen Landtag einzieht. Das Ergebnis für CDU und SPD nannte sie „eine verdiente Klatsche“.

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen bezeichnete das Ergebnis für seine Partei als „Meilenstein“. Der hessische Landtag war das letzte der 16 Landesparlamente, in dem die AfD noch nicht vertreten war. 

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