KOMMENTAR

Folgen des Lärms

Es lässt sich trefflich streiten, ob die Einschätzung der Flughafen-Ausbau-Gegner Hessen richtig ist, die Bürger der Region seien über den Flughafen-Ausbau

Von Wolfgang Schubert

Es lässt sich trefflich streiten, ob die Einschätzung der Flughafen-Ausbau-Gegner Hessen richtig ist, die Bürger der Region seien über den Flughafen-Ausbau nur unzureichend informiert und Schuld daran seien die Landtagsparteien CDU, SPD und FDP. Andererseits führt die FAG, die am 2. Februar in den Landtag einziehen möchte, die außerparlamentarische (Flughafen-)Opposition und deren Aufklärungsarbeit als Begründung für den offensichtlichen Meinungswandel an.

Also was: Zu viel und zu wenig Unterrichtung?

Weder noch.

Die Bewohner der Region sind einfach schlauer geworden. Sie haben zur Kenntnis genommen, dass die einst versprochenen 250 000 neuen Arbeitsplätze auf die Größenordnung 40 000 geschrumpft sind. Und dass Rationalisierungsmaßnahmen zur Kostensenkung eine weitere Korrektur nach unten nach sich ziehen werden.

Außerdem haben die Menschen inzwischen gemerkt, dass mehr Flüge, die auch ohne Ausbau dank neuer Radargeräte und kürzerer Staffelungen der Jets möglich wurden, auch mehr Lärm bedeuten.

Das trifft insbesondere auf die Kommunen im Taunus zu. Unterstellt, dass die Umfrage von "tele Research" methodisch korrekt und die Ergebnisse einwandfrei sind - woran zu zweifeln es keinen Anlass zu geben scheint -, hat sich zwischen Niedernhausen, Kelkheim, Eppstein und Königstein der eigentliche Wandel der vergangenen Jahre vollzogen. Vor der Änderung der Flugrouten im April 2001 ist dort höchstens mal ein Flugzeug gesehen worden. Jetzt werden die Jets täglich gehört - und es geht eine Bevölkerung auf die Barrikaden, die zuvor dem Ausbau eher gleichgültig bis wohlwollend gegenüberstand.

Das schlägt sich in Umfragen nieder.

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