"Flughafen beeinträchtig die Stadt in den Entfaltungsmöglichkeiten"

SPD-Bürgermeister Thomas Jühe will nach wie vor für die Durchsetzung eines Nachtflugverbots über Raunheim kämpfen

RAUNHEIM. Der Landtagskandidat der SPD im Ostkreis, Jürgen May, und der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) betonten, dass sie sich gemeinsam und unabhängig vom Wahlausgang am Sonntag, 2. Februar, stets dafür einsetzen wollen, dass der Flughafenausbau in der politischen Diskussion gehalten wird. "Allerdings gibt es nur eine Koalition, die sich trauen wird, das Paket der Ausbaubefürworter noch mal aufzuschnüren. Und das ist Rot-Grün", so May.

Jühe übergab May während des Treffens das Fluglärm-Entlastungs-Konzept der Stadt Raunheim, ein mehrere hundert Seiten starker Wälzer. "Hier haben wir nicht nur die Ist-Situation unserer Stadt dargelegt, sondern auch Szenarien erarbeitet, wie der Fluglärm über Raunheim verringert werden kann", beschreibt Jühe das Werk. Es sei auch der Fraport und der Deutschen Flugsicherung (DFS) zugegangen. "Noch im Februar sollen Fraport und DFS grundsätzlich sagen, was sie von dem Konzept halten, eine richtige Deadline gibt's aber nicht", so Jühe.

Falls es nicht zu einer Einigung zwischen der Stadt Raunheim, der Fraport und der DFS kommen sollte, dann sei das Konzept laut Jühe eine gewichtige Anlage zu einer Klage gegen die Flughafenbetreiber Fraport und die DFS. Jühe setze hierbei auf ein bayerisches Landgerichtsurteil aus diesem Jahr, in dem Lärm schon bei nächtlichen Einzelschallereignissen von fünf Mal 70 Dezibel als gesundheitsschädlich anerkannt werde.

"In Raunheim überschreiten wir diese Werte bei Ostwetterlage etwa 30 bis 40 Mal", sagt Jühe. "Bis zu 100 Dezibel messen wir bei den Überschreitungen." Damit sei der Einstieg in ein aktives Schallschutzprogramm möglich. "Aktiver Schallschutz bedeutet, dass über Raunheim nachts nicht mehr geflogen werden darf", betont Jühe. Der Einstieg in das passive Schallschutzprogramm des Hessischen Verkehrsministers, Dieter Posch (FDP), sei schon bei sechs Mal 50 Dezibel möglich. "Das bedeutet: Schallschutzfenster für alle", so Jühe. "Wahrscheinlich hat uns auch deshalb die Landesregierung untersagt, ein neues Wohnmischgebiet nahe des Geländes der Firma Ressart Ihm auszuweisen. "Das steht zwar so in unserem Flächennutzungsplan, all die zusätzlichen Fenster werden aber wahrscheinlich zu teuer. Der Flughafen beeinträchtigt Raunheim nicht nur durch Lärm, sondern auch in seinen Entfaltungsmöglichkeiten." alö

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