Eppstein

FDP-Frau will Rathauschefin werden

  • schließen

Die SPD unterstützt bei der Bürgermeisterwahl die Kandidatur von Nadja Gneupel gegen CDU-Amtsinhaber Alexander Simon.

Die FDP-Stadtverordnete Nadja Gneupel, 32 Jahre alt und von Beruf Verwaltungsfachwirtin, will Eppsteiner Bürgermeisterin werden. Sie wird am 26. Mai 2019 gegen Amtsinhaber Alexander Simon antreten. Der Christdemokrat hat bereits seine erneute Kandidatur angekündigt.

„Wir setzen auf den Überraschungsseffekt“, sagte FDP-Ortsvorsitzende Bärbel Oetken gestern vor Journalisten. Denn die Kandidatur von Nadja Gneupel wird auch von der Eppsteiner SPD unterstützt. Womöglich werden sich auch noch die Freien Wähler hinter die Liberale stellen. Dies sei jedoch noch nicht endgültig entschieden, sagte der Vorsitzende der FWG Eppstein, Ulrich Dauben.

Wenn die Grünen, die bisher noch keinen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl benannt haben, sich hinter Amtsinhaber Simon stellen, mit dessen CDU sie im Parlament zusammenarbeiten, könnte der Kampf um den Chefsessel im Rathaus am Ende zwischen Nadja Gneupel und Alexander Simon entschieden werden. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagte Gneupel gestern selbstbewusst. Als Verwaltungsfachfrau fühle sie sich für das Amt bestens gerüstet. „Und viele kreative Ideen habe ich auch.“

Anders als Alexander Simon stammt Nadja Gneupel nicht aus Eppstein. Sie lebt erst sei zehn Jahren in der Stadt, ist in einem kleinen Dorf in Thüringen aufgewachsen und 2004 nach Wiesbaden gezogen, um eine Ausbildung bei „Hessen Mobil“ zu machen. Sie arbeitete anschließend beim Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen und wechselte 2008 in die Main-Taunus-Kreisverwaltung, wo sie unter anderem im Jobcenter beschäftigt war. Zurzeit koordiniert sie im Hofheimer Landratsamt die Ehrenamtsarbeit rund um Migration und Asylverfahren.

Seit 2009 ist Nadja Gneupel bei der FDP aktiv

Seit 2009 ist Nadja Gneupel bei der FDP aktiv, seit 2015 sitzt sie als Nachrückerin für die Liberalen im Eppsteiner Stadtparlament.

Die Belebung der Eppsteiner Altstadt, eine stärkere Vereinsförderung auch über nichtstädtische finanzielle Mittel, die Schaffung von mehr barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum und eine gezielte Entwicklung der Eppsteiner Gewerbegebiete hat sich Nadja Gneupel auf die Fahnen geschrieben. Grundsätzlich gehe es darum, Eppstein mit seiner mittelalterlichen Burg, den vielen Kulturangeboten und der guten Gastronomie in der Region bekannter zu machen. Auch Tagestouristen in die Stadt zu holen und so dem lokalen Gewerbe mehr Umsatz zu verschaffen. Der Regionalexpress, der Frankfurt mit Limburg verbindet, sollte künftig in Eppstein halten, findet die FDP-Frau.

Von Alexander Simon, der vor fünf Jahren im Wahlkampf vieles angekündigt, aber bisher kaum etwas umgesetzt habe, sind die Liberalen, die den CDU-Mann damals unterstützt haben, ebenso enttäuscht wie die SPD. Deren Kandidatin Julia Ostrowicki bekam 2013 rund ein Drittel der Wählerstimmen. Auch viele Bürger seien unzufrieden, dass in Eppstein nichts vorangehe, ist Nadja Gneupel überzeugt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare