Hessen Parteitag der Liberalen

FDP-Basis lässt Noll durchfallen

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Weitere Überraschungen im Personalkarussell der hessischen FDP: Der Kandidat des Parteivorstands, Alexander Noll, unterliegt bei der Spitzenkandidatur zum Europaparlament. Der amtierende Abgeordnete Wolf Klinz tritt erneut an - auf Bitten der FDP-Basis.

Weitere Überraschungen im Personalkarussell der hessischen FDP: Der Kandidat des Parteivorstands, Alexander Noll, unterliegt bei der Spitzenkandidatur zum Europaparlament. Der amtierende Abgeordnete Wolf Klinz tritt erneut an - auf Bitten der FDP-Basis.

Die hessische FDP sortiert sich neu – manchmal überraschend. Am Wochenende ließ ihr Parteitag den Kandidaten des Landesvorstands für die Spitzenkandidatur zum Europaparlament, Alexander Noll, deutlich durchfallen. Der Haushaltspolitiker wurde auf den aussichtslosen Platz 3 der hessischen Bewerberliste gesetzt.

Die Delegierten nominierten stattdessen den amtierenden FDP-Europaabgeordneten Wolf Klinz als hessischen Spitzenkandidaten. Der 72-jährige Königsteiner muss auf der Bundesliste einen vorderen Platz ergattern, um eine Chance auf den erneuten Parlamentseinzug zu haben.

FDP-Basis will Klinz

Eigentlich hatte Klinz verzichten wollen, um einen Generationenwechsel zu ermöglichen. Interesse hatte der 30-jährige Lasse Becker aus Kassel angemeldet, der ehemalige Landes- und Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen. Becker allerdings entschied sich, doch nicht ins Rennen zu gehen. Daraufhin nominierte der FDP-Landesvorstand in der vergangenen Woche Alexander Noll, den haushaltspolitischen Sprecher im Landtag.

Diese Entscheidung fand aber nicht die Unterstützung der Parteibasis. Delegierte baten Klinz nach dessen Angaben, doch wieder anzutreten. Bundesschatzmeister Hermann Otto Solms schlug dem Parteitag den amtierenden Abgeordneten vor. Er wurde mit 174 von 280 gültigen Stimmen gewählt. Noll verpasste auch Platz zwei. Dort entschieden sich die Delegierten für den Kronberger Walther Leisler Kiep, den Sohn des gleichnamigen früheren CDU-Schatzmeisters.

Noll sagte, er hätte sich gewünscht, „dass sich Herr Klinz diese Sache nicht erst fünf Minuten vor dem Aufruf des Tagesordnungspunkts überlegt“. Klinz kündigte an, er strebe erneut den vierten Platz auf der Bundesliste an, den er bereits bei den Wahlen 2004 und 2009 belegt hatte.

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