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So sehen Sieger aus: FDP-Spitzenkandidatin Nicola Behr.

FDP im Freudentaumel

Das beste Ergebnis seit gut 50 Jahren

Mit 16,8 Prozent Stimmen sind die Liberalen am Abend im Römer fast in Extase verfallen. Mitleid mit den Sozialdemokraten und ihrem schlechten Ergebnis haben sie nicht. Von Jutta Ochs

Von JUTTA OCHS

Zu später Stunde sollen der FDP-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Otto, der FDP-Kreisvorsitzende Dirk Pfeil und Dezernent Volker Stein noch gemeinsam "so ein Tag, so wunderschön wie heute" angestimmt haben. Selbstverständlich wurde auch etwas getrunken. Es galt ja, das mit 16,8 Prozent "beste Frankfurter FDP-Ergebnis bei Landtagswahlen seit mehr als 50 Jahren" gebührend zu feiern. Und noch viele weitere kleine Siege des Tages und auch noch die zukünftigen.

Gert Trinklein, FDP-Stadtverordneter und ehemaliger Eintracht-Verteidiger, weiß, wie ausgelassen eine Siegesfeier sein kann, behält aber historische Dimensionen im Blick. In dem Jahr, da die Bundesrepublik 60 Jahre bestehe, rette sozusagen eine bürgerliche Mehrheit Hessen vor roten Experimenten. Das sei ja auch wichtig. Von einem solchen Ergebnis "träumt man normalerweise nur", jubiliert die Frankfurter Spitzenkandidatin Nicola Beer. Und alle sind sicher: "Dieses Ergebnis hat Auswirkungen auf die Bundestagswahl."

"Ich hatte noch nicht mal Personalplakate aufgehängt

Über sein kleines Glück freut sich wiederum Thilo Müller. Der FDP-Direktkandidat hat im Wahlkreis 39 (Nordosten) mehr als zwölf Prozent errungen. Ein hervorragendes Ergebnis für die Gegend. "Und ich hatte noch nicht einmal Personalplakate aufgehängt." Für all die Arbeit und die Mühe fühle man sich nun "bestens entlohnt". Auch wenn es jetzt so direkt nichts bringe. Über die Liste hat Thilo Müller nichts zu gewinnen.

Mit den Liberalen und der CDU hält es Pater Georg Fischer vom Deutschen Orden. Er hat extra einen etwas früheren Rückflug von Brasilien gebucht, um am Ort des Geschehens im Römer die Hessen-Wahl zu verfolgen. 2008 habe er hier und da "seelsorgerisch tätig sein müssen", dieses Mal sei es nicht notwendig geworden.

Elke Tafel, vor kurzem von der SPD zur FDP übergetreten, hat wenig Mitgefühl mit ihren ehemaligen Genossen. "Die haben es ja selbst verschuldet."

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