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Jochen Paulus will als Fraktionsloser im Landtag bleiben.
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Jochen Paulus will als Fraktionsloser im Landtag bleiben.

Alternative für Deutschland Hessen

FDP-Abgeordneter tritt zur AfD über

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Spektakulärer Parteiwechsel beim AfD-Parteitag: Der hessische FDP-Politiker Jochen Paulus verlässt seine Partei und wechselt zu den Euroskeptikern. Damit haben sie ihr erstes Mitglied in einem Landesparlament. Die FDP ist empört.

Der Landesverband war am Sonntag noch nicht gegründet, da hatte die Alternative für Deutschland (AfD) schon ihre ersten beiden hessischen Parlamentarier. Darunter den bundesweit ersten Landtagsabgeordneten. Zwei ehemalige FDP-Leute werden künftig unter der Flagge der Europapolitik-Skeptiker fahren: der Nordhesse Jochen Paulus sowie die Wiesbadener Stadtverordnete Brigitte Susanne Pöpel. Die 46-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr nach mehr als 25 Jahren Mitgliedschaft die Liberalen verlassen. Der 43-Jährige war am Sonntag ausgetreten, kurz bevor er unter dem Applaus der rund 400 Besucher des Gründungsparteitags in Frankfurt seine erste Rede hielt. Er könne den „wahnsinnigen Euro-Unterstützungskurs“ nicht mehr mittragen. Die nachfolgenden Generation dürften nicht mit Schulden belastet werden.

FDP-Fraktionschef Wolfgang Greilich forderte umgehend den Abtrünnigen auf, sein Landtagsmandat zurückzugeben. Paulus habe seit Monaten „seine Verpflichtungen nicht wahrgenommen“, weil die FDP ihn zur Landtagswahl im September nicht wieder nominieren wolle. Paulus nannte diesen Vorwurf am Rande des Parteitags „eine Unverschämtheit“. Er sei wochenlang krank gewesen, fühle sich in der FDP nicht mehr zu Hause. Sie laufe „jedem beliebigen Mainstream“ hinterher“. Konkret kritisierte er die Europapolitik sowie die Gleichstellung gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Er stehe mit seiner Haltung nicht alleine. Mit ihm seien drei weitere Parteifreunde aus dem FDP-Ortsverband Alheim ausgetreten.

Drei Sprecher gewählt

Auch der Vorsitzende der hessischen Liberalen, Jörg-Uwe Hahn, reagierte empört. Die AfD sei „hauptsächlich ein Sammelbecken älterer Professoren und enttäuschter ehemaliger Mitglieder anderer Parteien“. Sie habe nichts zu bieten, als ihre eurokritische Haltung.

Unterschiedliche Angaben gab es am Sonntag zu den Mitgliederzahlen in Hessen. Sie variierten von 1200 bis 1800. Wie es hieß, stammen Dreiviertel aus Südhessen.

Zwölf Kandidaten bewarben sich um einen Posten im dreiköpfigen Sprechergremium. Darunter bekannte Gesichter wie Albrecht Glaser, ehemaliger Frankfurter CDU-Stadtkämmerer, Jahrgang 1942, der berichtete, wie er den Schuldenberg der Stadt abbaute. Oder Hans-Jörg Tangermann (46), der fünf Monate der Oberbürgermeister-Kandidat der Wiesbadener Piraten war, bevor sie ihn zurückzogen. Andere Kandidaten waren zuvor bei den Freien Wählern aktiv oder der Familienpartei. Als Sprecher bewarben sich auch Neulinge im Politgeschäft und eine einzige Frau – und die noch mit Migrationshintergrund. Ein einheitliches politisches Programm oder gar Homogenität kristallisierte sich bei ihren Statements nicht heraus.

Als Landesvorsitzende wählten die Delegierten drei Sprecher: Stimmgleich auf Platz eins landeten Albrecht Glaser (Schwalm-Eder-Kreis) und der Banker Eberhard Freiherr von dem Bussche (Frankfurt). Dritter wurde der Unternehmensberater Walter Schäfer (Rödermark).

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