+
Die FDP-Bundestagsabgeordnete Bettina Stark-Watzinger könnte neue Vorsitzende der Hessen-FDP werden. 

Hessen

Favoritin für den hessischen FDP-Vorsitz

  • schließen

Einen Tag nach der überraschenden Rücktrittsankündigung von Stefan Ruppert zeichnet sich ab, wie sich die FDP in Hessen neu aufstellen will. Dabei spielt eine Frau eine wichtige Rolle.

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Stark-Watzinger könnte neue Vorsitzende der hessischen FDP werden. Das zeichnete sich am Mittwoch in der Partei ab, einen Tag nach der überraschenden Rückzugsankündigung von Landesparteichef Stefan Ruppert. Offiziell wollte sich niemand zu einer möglichen Kandidatur Stark-Watzingers äußern, auch sie selbst nicht. Die Verantwortlichen verwiesen auf die Gremien, die im Januar wieder tagen.

Die 51-jährige Volkswirtin steht seit 2014 auf der landespolitischen Bühne. Damals, nach den dramatischen Verlusten der FDP bei der Bundestags- und hessischen Landtagswahl 2013, holte der neue Parteivorsitzende Ruppert sie an seine Seite. Die Bad Sodenerin Stark-Watzinger, die bis heute der Stadtverordnetenversammlung ihrer Heimatstadt angehört, wurde zunächst stellvertretende Parteivorsitzende und 2015 dann Generalsekretärin der hessischen FDP.

Im Bundestag ist bereits entschieden, dass Stark-Watzinger die Nachfolge Rupperts antritt. FDP-Fraktionschef Christian Lindner schlug sie noch am Dienstag als neue Parlamentarische Geschäftsführerin vor. Dieses Amt hat Ruppert bisher inne.

Die Fraktion muss die Personalie im Januar noch formell beschließen. Schon jetzt hat Stark-Watzinger, die 2017 erstmals in den Bundestag eingezogen ist, als Vorsitzende des Finanzausschusses einen wichtigen Posten inne.

„Das ist eine Zäsur“

Der 48-jährige Stefan Ruppert hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er im nächsten Jahr aus der Politik ausscheidet und als Vorstandsmitglied zum Medizinhersteller B. Braun Melsungen wechselt. Er lege Ende März sein Bundestagsmandat nieder und kandidiere im Juni nicht wieder als hessischer Landesvorsitzender der FDP. In den Bundestag rückt von der hessischen Landesliste der 39-jährige Kasseler FDP-Politiker Matthias Nölke nach. „Das ist schon eine Zäsur“, sagte Stark-Watzinger der Frankfurter Rundschau am Mittwoch. Nun gehe es darum, das „beste Paket“ zu schnüren.

Nach Informationen der FR treffen sich führende Mitglieder der hessischen FDP am Samstag ohnehin zu einer Weihnachtsfeier. Dort dürfte intensiv über die Zukunft der Partei gesprochen werden.

Dabei scheint klar zu sein, dass der Fraktionschef im Landtag, René Rock, nicht nach dem Parteivorsitz greift. Sowohl Stark-Watzinger als auch Rock sagten der FR, die Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz habe sich aus ihrer Sicht „bewährt“.

Die FDP will bei ihrem Parteitag am 6. Juni in Wetzlar die neue Führung wählen. Wenn Stark-Watzinger an die Spitze rücken sollte, würde der Posten eines stellvertretenden Parteivorsitzenden frei. Als Favorit gilt hier der Vorsitzende der Frankfurter FDP, Thorsten Lieb. Der 46-jährige Jurist hatte den Einzug ins Europaparlament knapp verpasst.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare