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Fastnachter lassen sich auch vom schlechten Wetter nicht beeindrucken - aber das Sturmtief „Bennet“ könnte die Rosenmontagszüge trotzdem beeinträchtigen.

Sturmtief „Bennet“

Rosenmontagszüge in Seligenstadt und Fulda abgesagt

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  • Annette Schlegl
    Annette Schlegl
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Sturmtief „Bennet“ wirbelt den Rosenmontag durcheinander: Umzüge werden abgesagt. Und auch im Verkehr gibt es Probleme.

Das Sturmtief „Bennet“ ist am Montag über Hessen hinweggezogen und hat vielerorts Bäume umgerissen und Hausdächer beschädigt. Bei der Bahn gab es Verspätungen, am Frankfurter Flughafen waren zeitweise keine Landungen mehr möglich. Auf einer Baustelle in Lorsch (Kreis Bergstraße) wurde eine gerade fertiggestellte Mauer umgeweht und ein 48-jähriger Arbeiter schwer verletzt.

Zugleich machte der Sturm vielen Narren in Hessen und der Region einen Strich durch die Rechnung: In Fulda sowie in Seligenstadt und Neu-Isenburg im Kreis Offenbach mussten die beliebten Rosenmontagsumzüge aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Der traditionelle Springerzug in Herbstein (Vogelsbergkreis) begann wegen eines heftigen Regen- und Graupelschauers mit einer halben Stunde Verspätung. In Mainz wurde kurzfristig entschieden, den Fastnachtsumzug ohne Pferde zu starten.

In Fulda wurde der Straßenkarneval erst kurz vor dem Start am Nachmittag gestoppt. Wie die Polizei mitteilte, hatte die Fuldaer Karneval-Gesellschaft entschieden, den Umzug nicht auf die Strecke zu lassen. Der Deutsche Wetterdienst hatte für Hessen Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern vorausgesagt, in der Fuldaer Innenstadt waren bereits Bäume umgestürzt. Vormittags war noch überlegt worden, den Umzug unter schärferen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden zu lassen, etwa mit maximal drei Meter hohen Aufbauten auf den Wagen.

Verspätung in Herbstein

In Herbstein hatten die Narren mehr Glück: Der traditionelle Springerzug, bei dem der sogenannte Bajazz mit seinen wilden Sprüngen im Mittelpunkt steht, konnte mit etwa 30 Minuten Verspätung beginnen. Zum geplanten Start um 10.11 Uhr hatten Teilnehmer und Zuschauer noch Schutz vor einem starken Regenguss suchen müssen.

Die Umzüge in Seligenstadt und Neu-Isenburg fielen dagegen ebenfalls dem Sturm zum Opfer. Um 11.44 Uhr setzte das Gefahrenabwehrzentrum in Dietzenbach über die Gefahrenmelder-App Katwarn eine Mitteilung ab, dass der Rosenmontagsumzug in Seligenstadt, der um 14.01 Uhr beginnen sollte, ausfallen werde. „Bei rund 3000 Zugteilnehmern geht die Sicherheit vor“, sagte Richard Biegel, Vorsitzender des veranstaltenden Heimatbundes Seligenstadt. Schon am Morgen habe die Feuerwehr immer wieder wegen umgestürzter Bäume ausrücken müssen, so Biegel. Zur Umzugszeit waren Stürme bis zu Windstärke 10 vorausgesagt. Ob der Umzug im Frühjahr nachgeholt wird – wie schon nach dem Ausfall im Jahr 2016 –, steht laut Biegel noch nicht fest.

Buchstäblich in letzter Minute ist auch der Lumpenmontagsumzug in Neu-Isenburg abgesagt worden, der um 14.11 Uhr beginnen sollte. Um 13.15 Uhr habe ein Krisenstab getagt, sagte Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos). Eine halbe Stunde später folgte die Absage des Zuges, über die ein Lautsprecherwagen des Ordnungsamtes in den Straßen informierte. Die Lumpen und Hexen wollten laut Zugmarschall Günter Schleifer noch einen nicht angemeldeten Fußmarsch durch die Stadt wagen, die anderen Fastnachter hofften, am heutigen Faschingsdienstag beim Umzug in Dreieich-Sprendlingen noch zum Einsatz zu kommen. Der Lumpenmontagsumzug wird nicht nachgeholt.

Nicht nur den hessischen Narren bescherte „Bennet“ einen ungemütlichen Wochenbeginn: In vielen Orten berichtete die Polizei von umgestürzten Bäumen, gesperrten Straßen und umherfliegenden Dachziegeln. Allein in Frankfurt musste die Feuerwehr zu 40 Einsätzen ausrücken, die Hanauer Landstraße musste stadteinwärts vorübergehend gesperrt komplett werden.

Am Frankfurter Flughafen gab es ebenfalls Behinderungen, zeitweise waren wegen des Windes keine Landungen mehr möglich. Wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung mitteilte, hätten mehrere Flugzeuge ihren Landeanflug abbrechen und durchstarten müssen.

Auch im Bahnverkehr gab es am Montag Probleme: Wie die Deutsche Bahn mitteilte, waren die S3 zwischen Bad Soden und Darmstadt, die S9 zwischen Wiesbaden und Hanau sowie zahlreiche Regionalzüge betroffen. Es gab Verspätungen, Umleitungen und Zugausfälle.

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