Zuwanderung

Familie ohne Vater aus Hessen abgeschoben

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Der Flüchtlingsrat verurteilt das Vorgehen der Behörde. Der Vater war kollabriert und ins Krankenhaus gebracht worden.

Der hessische Flüchtlingsrat kritisiert, dass eine Familie kürzlich durch eine Abschiebung getrennt wurde. Sie habe seit mehr als sechs Jahren in Deutschland gelebt, zuletzt in einer Unterkunft im nordhessischen Homberg (Efze). Als die Polizei sie am 29. Oktober zur Abschiebung abholen wollte, sei der Vater kollabiert und ins Krankenhaus gebracht worden. Die Mutter mit den drei Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren sei zum Flughafen nach Frankfurt gefahren und dann nach Tschetschenien abgeschoben worden. Erst bei ihrer Ankunft dort habe sie mit ihrem Mann Kontakt aufnehmen können.

Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Flüchtlingsrats, verurteilte das Vorgehen: „Normalerweise sollten Menschen, die in Sorge um ihre Angehörigen sind, im Krankenhaus an ihrer Seite sein können“, sagte er. Das Vorgehen der Behörde mache „fassungslos“.

Aktuell laufe ein Klageverfahren des Vaters gegen das Bundesamt, das einen Asylfolgeantrag trotz neuer Dokumente nicht angenommen habe. Mit diesem Vorgehen würden erneut die Leitlinien aus dem Koalitionsvertrag für eine hessische Abschiebungspolitik konterkariert. Dort stehe explizit, dass Familien mit Minderjährigen grundsätzlich nicht voneinander getrennt werden sollten.

Eine FR-Anfrage zu dem Fall beim hessischen Innenministerium blieb am Freitag unbeantwortet.

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