FLUGHAFEN-ERWEITERUNG

FAG-Fraktion sieht auch Gefahr im Kerosinlager

Frankfurt · 17. April · gang · Die Fraktion der Flughafen-Ausbau-Gegner (FAG) im Römer hat im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau des Flughafens zwei

Frankfurt · 17. April · gang · Die Fraktion der Flughafen-Ausbau-Gegner (FAG) im Römer hat im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau des Flughafens zwei weitere Sicherheitsrisiken ausgemacht und ihre Beschwerde bei der europäischen Union (EU) erweitert.

Die Parlamentarier werfen der Flughafenbetreiberin Fraport vor, gegen die so genannte Seveso-Richtlinie zu verstoßen. Hatte die FAG bislang lediglich die Unvereinbarkeit einer Landebahn Nord-West mit dem Chemiewerk Ticona auf Kelsterbacher Gemarkung moniert, hat der Rechtsanwalt Matthias Möller-Meinecke im Auftrag der FAG nun auch das DEA-Tanklager in Raunheim sowie die riesigen Kerosinbehälter auf dem Flughafengelände selbst als Sicherheitsrisiko nachgemeldet.

186 Millionen Liter Treibstoff

"Sowohl im Raumordnungsverfahren als auch im Planfeststellungsverfahren bleiben diese beiden störfallrelevanten Betriebe entgegen den Pflichten der Seveso-ll-Richtlinie unbeachtet", begründete die FAG-Fraktionsvorsitzende Gisela Becker den Schritt ihrer Fraktion. Diese Unterlassung zeige, so Becker, "mit welch ungeheurer Ignoranz" der Flughafenbetreiber Fraport glaube, "Sicherheitsaspekte vernachlässigen zu können".

Allein das Kerosinlager auf dem Flughafen hat nach Darstellung der FAG eine Kapazität von 186 Millionen Litern Flugzeugbenzin, aus dem jährlich mehr als fünf Milliarden Liter in die Flugzeuge gepumpt werden. "Ein Flugzeugabsturz würde hier eine Katastrophe in einer bisher nicht vorstellbaren Größenordnung auslösen", sagte Becker.

Die Seveso ll-Richtlinie aus dem Jahre 1996 verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten, alles zu tun, um schwere Unfälle im Einzugsbereich von Störfallbetrieben wie Chemieanlagen zu verhüten und ihre Folgen zu begrenzen.

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