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Fachwerk erhalten

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Forschungsgeld für Hessenpark

Hochtaunus - Seit 1974 wurden im Hessenpark 113 historische Gebäude wieder aufgebaut. Das älteste von ihnen stammt ursprünglich aus der Zeit um 1504/1505, das derzeit jüngste von 1958.

Die Pflege der alten Handwerkskunst hat nun Folgen. Kunsthistoriker Eberhard Feußner, der seit zwei Jahren Leiter des Kompetenzzentrums Fachwerk und der Stabsstelle Bauwesen im Freilichtmuseum ist, war vor seinem Wechsel in den Hessenpark Leiter der „DenkmalAkademie“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Er stellt sich nun aktuellen Fragen, etwa wie solche Gebäude energetisch saniert werden können und wie deren Substanz ertüchtigt wird, um sie weiter nutzen zu können. Und: Welche Materialien und Techniken eignen sich dafür?

Der Bauforscher ist deshalb glücklich, dass der Hessenpark, der gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und der Hochschule Rhein-Main (HSRM) beim Bundeswirtschaftsministerium einen Antrag für das Forschungsprojekt „Fachwerk 2.0“ gestellt hatte, den Zuschlag bekommen hat.

Konkret heißt das: Die drei Einrichtungen, die seit zwei Jahren kooperieren und für ihre Bewerbung virtuelle Sitzungen „en masse“ absolviert haben, erhalten für die kommenden vier Jahre eine Förderung in Höhe von gemeinsam etwa zwei Millionen Euro für „Forschung, Entwicklung und Vermittlung“. Für Feußner ist klar: „Die Regierung hat erkannt, wie wichtig Fachwerk ist.“

Aufgabe von Museumsmitarbeitern sowie Vertretern und Studenten von BTU und HSRM, wo es den Studiengang „baukulturerbe.erhalten.gestalten“ gibt, ist es nun, unterschiedliche Materialien in unterschiedlichen Kombinationen zu verwenden und zu schauen, wie diese auf Feuchtigkeit, Temperaturen und Windstärke reagieren.

Drei Gebäude hat Feußner für die Untersuchung ausgeguckt: die Häuser Momberg I und II sowie das Haus aus Lauterbach - alle auf dem Weg Richtung Marktplatz gelegen. Jetzt erweist sich die Tatsache, dass die Hessenpark-Gebäude nicht unter Denkmalschutz stehen, als Vorteil. „Wir dürfen rangehen“, sagt Feußner.

Mit den Arbeiten an den Häusern wurde bereits vor wenigen Tagen mit einer Bestandsaufnahme begonnen. red

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