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Rainer Rahn führte die AfD als Spitzenkandidat in die hessische Landtagswahl (Archivbild).

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AfD stellt Rainer Rahn kalt

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Dem Spitzenkandidaten Rainer Rahn fehlt politischer Rückhalt in der künftigen AfD-Landtagsfraktion. Für den Fraktionsvorsitz gibt es bereits einen anderen Favoriten.

Der Spitzenkandidat der AfD bei der hessischen Landtagswahl, Rainer Rahn, wird offenbar keine tragende Rolle in der künftigen AfD-Fraktion im hessischen Landtag spielen. Der Landesvorsitzende der AfD Hessen, Robert Lambrou, bestätigte der Frankfurter Rundschau am Montag auf Anfrage, dass die künftigen AfD-Abgeordneten intern bereits über die Besetzung von Ämtern beraten hätten.

Nach FR-Informationen soll Lambrou, der in Wiesbaden lebt und auf AfD-Listenplatz 2 kandidiert hatte, Fraktionsvorsitzender werden. Volker Richter aus Fuldabrück bei Kassel, Klaus Herrmann aus Butzbach in der Wetterau und Nikolaus Pethö aus Lich (Landkreis Gießen) sollen demnach die Ämter der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden bekleiden. Frank Grobe, der in Eltville am Rhein wohnt, soll parlamentarischer Geschäftsführer werden. Rainer Rahn, der Fraktionschef der AfD in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung ist, ginge demnach leer aus. Insgesamt wurden 19 Kandidaten der AfD-Landesliste in den neuen Landtag gewählt.

Robert Lambrou formulierte am Montag im Gespräch mit der FR, die zukünftigen AfD-Abgeordneten hätten lediglich einen „Gründungsvorstand“ gewählt, der für die kommende Bildung der AfD-Fraktion Verantwortung tragen werde. Formell könne die Fraktion sich erst am 18. Januar kommenden Jahres formieren, wenn auch der neue hessische Landtag das erste Mal zusammentritt. Lambrou bestätigte aber, dass die genannten künftigen AfD-Abgeordneten in diesem Gründungsvorstand die genannten Ämter bekleiden würden. Es sei auch zutreffend, dass Rainer Rahn kein Amt in dem vorläufigen Gremium innehabe.

Unmut über „Performance“

Dass Spitzenkandidat Rahn offenbar kaum politischen Rückhalt in seiner zukünftigen Fraktion findet, kommt wenig überraschend. Im Wahlkampf war vom AfD-Spitzenkandidaten überraschend wenig zu hören. Als eine Gruppe von 15 AfD-Landtagskandidaten im September das hessische Parlament besuchte, um sich einen Eindruck von der Arbeit dort zu machen, war der 66-Jährige nicht dabei. Er fehlte auch beim Besuch von AfDlern bei einer Anti-AfD-Demo in Wiesbaden, der auf öffentliche Aufmerksamkeit abzielte. Für Aufsehen im Wahlkampf sorgte zudem, dass Rahn ein vom Hessischen Rundfunk organisiertes „Blind Date“ mit Wählern noch vor Beginn der Diskussion abbrach. Nach FR-Informationen soll es in der AfD einigen Unmut über Rahns „Performance“ als Spitzenkandidat gegeben haben.

Die Zukunft der ebenfalls über die AfD-Liste in den Landtag gewählten Alexandra Walter aus Rüsselsheim ist derweil weiter ungewiss. Walter war in die Kritik geraten, weil sie sich auf Facebook rechtsextrem geäußert haben soll. Ob sie der künftigen AfD-Fraktion angehören wird, wollte Lambrou am Montag nicht kommentieren.

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