Neonazis in Leun

Linke begrüßt Razzia gegen Neonazis

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Der Linkspartei-Politiker Herrmann Schaus begrüßt die Durchsuchung eines Neonazi-Treffpunkts im Lahn-Dill-Kreis. Er hofft auf baldige Gerichtsverfahren.

Die Linksfraktion im hessischen Landtag hat die Razzia in einem Neonazi-Treffpunkt in Leun-Stockhausen (Lahn-Dill-Kreis) begrüßt. „Viel zu lange konnten Neonazis im Lahn-Dill-Kreis ihr Unwesen treiben“, sagte Herrmann Schaus, parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion. Die durchsuchten Gebäude seien als „Zentren der Aktivitäten von gewaltbereiten Neonazis“ schon lange bekannt gewesen, ergänzte Schaus. 

Spezialeinheiten der hessischen Polizei hatten am Mittwoch die Wohnungen von insgesamt fünf Männern durchsucht, darunter auch das „Bistro Hollywood“ in Leun-Stockhausen, das der rechten Szene als Treffpunkt dient und in dem drei der Beschuldigten wohnen. Die Staatsanwaltschaft Wetzlar ermittelt gegen die fünf Männer im Alter zwischen 17 und 50 Jahren wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung, räuberische Erpressung und Verstößen gegen das Waffengesetz. In dem Anwesen in Leun, das in der rechten Szene „Teutonicus“ genannt wird, fanden die Ermittler unter anderem eine scharfe Pistole, eine Armbinde mit Hakenkreuz, mit SS-Runen verzierte Dolche und einen improvisierten Schießstand. 

Allein die Existenz eines illegalen Schießstandes sei „beängstigend“, sagte der Linken-Politiker Herrmann Schaus. Er hoffe auf „schnelle und angemessene Gerichtsverfahren gegen die Neonazi-Gruppe“. 

Daniel Lachmann, der Vorsitzende der NPD Hessen, schrieb auf Facebook, auf Pappscheiben zu schießen, sei „Geschmackssache, aber nicht strafbar“. Die NPD hatte das Bistro Hollywood in der Vergangenheit öfter für Veranstaltungen und Rechtsrock-Konzerte genutzt. 

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